Ehrenamtliche bemühen sich um Ende in Würde

10.10.2020 06:00

Ein würdevolles Ende - darum geht es Hospizen und
palliativen Einrichtungen. Etwa 1000 Ehrenamtliche begleiten in
Sachsen-Anhalt Menschen beim Sterben.

Stendal (dpa/sa) - Sterben in Einsamkeit, Schmerz oder in einer
fremden Umgebung: Das sind nur einige der Ängste von Todkranken. Als
Alternative gelten die Angebote von Hospizen und Palliativdiensten,
die in Sachsen-Anhalt weiter stark gefragt sind. Dabei habe das
Coronavirus in den Einrichtungen zuletzt eine untergeordnete Rolle
gespielt, sagte Ulrich Paulsen vom Hospiz- und Palliativverband
in Sachsen-Anhalt. «Sorge vor Corona haben die Patienten weniger», so

die Erfahrung des Klinikseelsorgers und Pfarrers. Allerdings seien
die Hospize wegen der Pandemie keine offenen Häuser mehr: Besucher
müssen sich anmelden und Hygienemaßnahmen einhalten werden. Es fehle
der körperliche Kontakt bei der Betreuung.

Um Menschen die Arbeit von Hospizen näherzubringen, findet jährlich
am zweiten Samstag im Oktober der Welthospiztag statt. Am 14. Oktober
folgt der Deutsche Hospiztag. Es sei wichtig, dass Menschen über die
Möglichkeit eines würdevollen und weitgehend beschwerdefreien
Sterbens informiert werden, heißt es auch vom Ambulanten Hospiz- und
Palliativberatungszentrum der Malteser in Magdeburg. Es sei die
Aufgabe der Einrichtungen, Menschen die Ängste vor dem Sterben zu
nehmen.

Etwa 1000 Ehrenamtliche begleiten Erkrankte in Sachsen-Anhalt
beim Sterben - nicht nur in den sieben stationären Einrichtungen,
sondern auch zuhause oder in Pflegeheimen. Das Ziel ist laut Paulsen,
dass die Todkranken möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung
bleiben können. Probleme bereite das im ländlichen Raum. Längere
Fahrwege sorgten dafür, dass die Ehrenamtlichen weniger Patienten
betreuen könnten. Hinzu komme die medizinische Versorgung, die nicht
überall in hoher Qualität zugängig sei.

Es sei wichtig, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten
der Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. «Bisher warten viele viel
zu lange, bis sie sich trauen, Kontakt zu Hospizdiensten
aufzunehmen», sagte Paulsen. Auch darum gehe es am Welthospiztag.