Brandenburg macht dicht für Übernachtungen von Berlinern und anderen

09.10.2020 15:51

Wer aus einem Corona-Hotspot kommt, kann noch nach Brandenburg kommen
- aber bis auf Ausnahmen nicht mehr übernachten. Dazu zählen die
Berliner. Einiges ist aber auch weiterhin erlaubt.

Potsdam (dpa/bb) - Berliner und andere Gäste aus Hotspots in
Deutschland können wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen
nicht mehr in Brandenburg übernachten. Für sie gelte ein
Beherbergungsverbot, weil es dort mehr als 50 neue Ansteckungen pro
100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gebe, teilte das
Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mit. Das betrifft aber
nicht Berufspendler, Tagesausflügler und Besucher.

Auch wer einen negativen ärztlich attestierten Corona-Test hat, der
höchstens 48 Stunden vor Anreise gemacht wurde, oder zwingend
notwendig verreist, etwa beruflich, darf übernachten - aber nur ohne
Covid-19-Symptome. Berliner, die schon eingecheckt haben, können
bleiben. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) warnte:
«Wir befinden uns mitten in einer neuen Welle und damit in einer
Zeit, in der man auf unnötige Reisen verzichten und soziale Kontakte
reduzieren sollte.»

Tabu sind Übernachtungen in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder
Campinplätzen in Brandenburg auch für Gäste aus Frankfurt/Main,
Offenbach, der Freien Hansestadt Bremen, aus Hamm, Herne, Remscheid,
Rosenheim sowie den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Wesermarsch
in Niedersachsen und dem Kreis Esslingen in Baden-Württemberg. Berlin
übersprang den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner nach
sieben Tagen am Donnerstag mit fast 53.

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus ist in Brandenburg in
die Höhe geschnellt. Der Landkreis Oder-Spree ist nur noch wenig
entfernt von schärferen Corona-Regeln. Dort lag die Zahl der neuen
Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei fast 32. Ab
einem Wert von 35 wird die Maskenpflicht auf Büros und Gaststätten
mit der neuen Verordnung von Sonntag an erweitert, sofern man nicht
an einem festen Platz sitzt. Außerdem dürfen dann nicht mehr so viele
Menschen an privaten Feiern teilnehmen.

Der Landrat des Kreises Spree-Neiße, Harald Altekrüger (CDU)
appellierte angesichts der 100. Infektion im Kreis an die Bürger, vor
allem Schüler: Sie sollten Abstand halten, Hände waschen und
Alltagsmaske tragen - gerade in den Herbstferien bei Urlaubsreisen
oder Partys.

In ganz Brandenburg legte der Wert neuer Corona-Ansteckungen je
100 000 Einwohner binnen sieben Tagen auf 13,2 zu, nachdem er am
Donnerstag bei 11,2 gelegen hatte. Landesweit kamen von Donnerstag
auf Freitag laut Ministerium 90 bestätigte neue Fälle hinzu; tags
zuvor waren es 55. Zuletzt war der Wert mit 91 am 25. April ähnlich
hoch.