Die «Mosaic»-Expedition in Zahlen

12.10.2020 04:00

Bremerhaven (dpa) - Mit der internationalen «Mosaic»-Expedition geht
eine Reise der Superlative zu Ende. Das deutsche Forschungsschiff
«Polarstern» driftete zehn Monate in der Arktis mit einer riesigen
Scholle mit - unterbrochen von einer coronabedingten kurzen Pause, um
das Personal zu wechseln. Am Montag kehrt das Schiff zurück nach
Bremerhaven. Einige Daten:

Vorbereitungszeit der Expedition: ein Jahrzehnt

Dauer der Expedition: 389 Tage 

Budget: 140 Millionen Euro

Teilnehmende: Pro Fahrtabschnitt waren rund 100 Wissenschaftler und
Crewmitglieder an Bord, insgesamt gab es fünf Etappen.

Nationalitäten: Rund 70 Forschungsinstitute aus 20 Ländern waren an
der Expedition beteiligt.

Größe der Scholle: Zu Beginn der Drift maß sie etwa 2,5 mal 3,5
Kilometer. Unter ehemaligen Schmelztümpeln war sie 30 Zentimeter
dünn, in ihrem massiven Kern mehrere Meter dick. Nach 300 Tagen war
die Scholle in der sommerlichen Arktis nur noch etwa einen mal einen
Kilometer groß - dann zerbrach sie mit lautem Knall.

Strecke: 3400 Kilometer driftete die «Polarstern» im Zickzackkurs.

Driftgeschwindigkeit: Die «Polarstern» legte in der Spitze bei hohen

Windgeschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer am Tag zurück. Die
geringste Geschwindigkeit wurde mit knapp einem Kilometer am Tag
gemessen.

Eisbären: Über 60 Eisbären wurden auf der Scholle gesichtet.

Rekorde: Im Februar erreichte die «Polarstern» während der Drift
eine
Position von 88°36' Nord - 156 Kilometer entfernt vom Nordpol. Nie
zuvor war ein Schiff im Winter so weit nördlich.

Kühlste Temperatur: Am 10. März fiel die Temperatur auf minus 42
Grad. Die gefühlte Temperatur lag wegen des starken Windes sogar bei
unter minus 65 Grad.

Dauer der Polarnacht: Rund 150 Tage kam die Sonne nicht über den
Horizont.

Equipment: 70 Tonnen Ausrüstung wurden auf dem Eiscamp auf der
Scholle ausgebracht. Allein 5000 Meter Stromkabel wurden verlegt.

Höhen und Tiefen: Es wurden Messungen in bis zu 4,3 Kilometern
Meerestiefe vorgenommen. Bis in eine Höhe von 36 Kilometern schaffte
es ein Wetterballon, um dort Temperatur, Luftfeuchtigkeit,
Windrichtung und -geschwindigkeit zu messen. Insgesamt wurden über
1000 Eisbohrkerne aus dem Meereis gewonnen.

Schiffe: Die «Polarstern» wurde für den Austausch des Personals und

für die Versorgung von sechs Schiffen unterstützt.

Flugzeuge: Zwei Polarflugzeuge begleiteten die Expedition mit
Messkampagnen.