Erneut Corona-Infektionen unter Schlachthof-Mitarbeitern

07.10.2020 15:51

Seit Tagen sank die Zahl der Corona-Ansteckungen im niedersächsischen
Landkreis Cloppenburg. Nun kehrt ein neuer Infektionsherd in einem
Großschlachthof die positive Tendenz wieder um.

Cloppenburg (dpa) - Erneut gibt es in einem großen niedersächsischen
Schlachthof eine größere Zahl von Corona-Infektionen. Betroffen ist
der zum Vion-Konzern gehörende Betrieb in Emstek, sagte am Mittwoch
der Cloppenburger Landrat Johann Wimberg (CDU). Allein am Dienstag
seien 48 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf Covid-19
getestet worden. Schon seit einigen Tagen habe es positive
Testergebnisse gegeben. In der Summe sei damit bei 63 Personen eine
Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden. Eine Stellungnahme
des Unternehmens gab es zunächst nicht.

Laut Wimberg verständigten sich Landkreis und Unternehmen auf
Maßnahmen. So solle der Betrieb auf nur noch eine Produktionslinie
heruntergefahren werden. Das heißt, dass nicht mehr bis zu 12 000
Schweine pro Tag geschlachtet werden, sondern nur noch maximal 7000.
Außerdem sollen von nun an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
das Unternehmen betreten, täglich auf Corona getestet werden. Damit
würden die bislang schon auf Anweisung des Landes stattfindenden
regelmäßigen Tests ausgeweitet. Insgesamt hat der Schlachthof
Wimbergs Angaben zufolge rund 1100 Beschäftigte. Die neuen
Corona-Infektionen seien wegen der regelmäßigen Tests aufgefallen.

Die Mitarbeiter wohnen überwiegend im Kreis Cloppenburg, aber auch in
den Nachbarkreisen Oldenburg und Vechta. Bislang seien etwa 30
Wohnungen oder Wohnheime bekannt. Für mehr als 300 Menschen sei
Quarantäne angeordnet worden, sagte Wimberg. Wahrscheinlich hätten
sich die Mitarbeiter außerhalb der Arbeit angesteckt und das Virus in
den Betrieb mitgebracht. Nach ersten Erkenntnissen konzentriere sich
das Infektionsgeschehen bei Mitarbeitern aus der Grobzerlegung.
Andere Betriebsbereiche wie etwa die Schlachtung seien kaum oder gar
nicht betroffen.

Ob das öffentliche und private Leben wegen der Neuinfektionen
flächendeckend im Landkreis eingeschränkt werden muss, steht laut
Wimberg noch nicht fest. «Ad hoc sehen wir das nicht.» Der neue
Hotspot sei bislang auf den Bereich des Schlachthofes eingrenzbar.

Schon im September waren die Fallzahlen im Landkreis wegen eines
Infektions-Hotspots in Löningen stark gestiegen. Der Kreis habe sich
in den vergangenen Wochen von einem Wert von über 60 bereits wieder
auf einen Wert von unter 40 am Dienstag heruntergearbeitet,
berichtete der Landrat.