Umfrage: Mehr Rückenschmerzen und weniger Arztbesuche in Corona-Krise

07.10.2020 05:30

Garching (dpa) - Viele Bürger schieben in der Corona-Krise nach einer
neuen Umfrage Arztbesuche auf. Eine Folge ist möglicherweise das
vermehrte Auftreten von Rückenschmerzen, wie das Umfrageinstitut
Yougov im Auftrag der Versicherung Swiss Life ermittelt hat. Demnach
haben 37 Prozent der bundesweit befragten 2 158 Menschen aus Angst
vor einer Infektion Arztbesuche verschoben, beziehungsweise
Rückenleiden nicht behandeln lassen.

Eine offizielle Statistik zum coronabedingten Patientenschwund in
Arztpraxen und Krankenhäusern gibt es nicht, doch deckt sich das
Ergebnis der Umfrage mit den Aussagen von Ärzten und Krankenhäusern,
dass insbesondere zu Beginn der Epidemie viele Patienten wegblieben
oder Termine verschoben. Yougov stellte die Fragen im August, die
Ergebnisse sind laut Swiss Life auch für die Bundesländer
repräsentativ.

Gut 80 Prozent der Teilnehmer sagten, dass sie in den vergangenen
Monaten unter Rückenschmerzen litten - und von diesen sagte wiederum
jeder zehnte, dass die Schmerzen seit Beginn der Corona-Epidemie
häufiger auftreten.

Dabei waren viele Teilnehmer durchaus selbstkritisch und nannten
mangelnde Bewegung als mutmaßliche Hauptursache ihrer Beschwerden.
Immerhin 35 Prozent machten aber auch ihre Matratze oder den
Lattenrost ihres Betts verantwortlich.

Die Umfrage förderte auch regionale Unterschiede zutage, deren
Ursachen jedoch nicht abgefragt wurden und somit ungeklärt sind.
Demnach berichteten in Sachsen-Anhalt 37 Prozent der Befragten, dass
sie häufig Rückenschmerzen haben, also mehr als jeder Dritte. In
Mecklenburg-Vorpommern leidet dagegen weniger als ein Viertel (23
Prozent) an häufigen Rückenbeschwerden. Die auftraggebende Swiss Life
mahnte, Besuche beim Arzt nicht auf die lange Bank zu schieben:
«Erkrankungen am Bewegungsapparat sind mittlerweile der
zweithäufigste Grund für eine Berufsunfähigkeit», sagte Stefan
Holzer, Mitglied der Geschäftsführung bei der in Garching bei München

ansässigen deutschen Tochter des Schweizer Unternehmens.