Maske am Tisch und Kontaktliste - Neue Regeln in Pariser Restaurants

06.10.2020 14:00

Paris (dpa) - Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in Pariser
Restaurants ab sofort strengere Hygieneregeln. Seit Dienstag müssen
Restaurants die Kontaktdaten ihrer Gäste ähnlich wie in Deutschland
sammeln. Gastronomen müssen diese Informationen den
Gesundheitsbehörden übermitteln, wie es im neuen Regelwerk
Gesundheitsministeriums heißt. Die Daten würden nach 14 Tagen
vernichtet. Die Regeln schreiben außerdem vor, dass Gäste bis zum
ersten Gang und zwischen den Mahlzeiten ihre Maske tragen müssen. An
den Tischen sind maximal sechs Personen erlaubt.

Das Hygieneprotokoll schreibt außerdem vor, dass Rechnungen am Tisch
und nicht am Tresen beglichen werden. Es ist weiterhin verboten,
innerhalb oder außerhalb des Restaurants im Stehen Getränke zu
konsumieren. Wegen der sehr ernsten Corona-Lage hatte Frankreichs
Regierung die «maximale Alarmstufe» in der französischen Hauptstadt
und den inneren Vorstädten ausgerufen. Seit Dienstag haben dort daher
zunächst für zwei Wochen Bars und Cafés geschlossen, es gelten
weitere Einschränkungen. So sind Schwimm- oder Turnhallen
weitestgehend geschlossen, Feste und Partys sind verboten.
Restaurants dürfen geöffnet bleiben, müssen sich aber an die neuen
Vorschriften halten.

In einer Kaffeehauskette sorgte die neue Kontaktliste am Morgen in
Paris bereits für Aufregung. Diese lag für alle einsehbar an der
Kasse aus, eine Kundin regte sich darüber auf. Ein anderer Kunde
strich seine hinterlassenen Kontaktdaten kurzerhand wieder durch -
alle benutzten dabei denselben Stift. Generell herrscht in Paris
Unverständnis darüber, dass Bars schließen mussten - es aber keine
strengeren Regelungen für die teilweise überfüllten Metros und
Vorstadtzüge gibt.

Die im öffentlichen Verkehr ergriffenen Maßnahmen, insbesondere das
obligatorische Tragen von Masken, seien wirksam, sagte der
beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, dem Sender
RMC. Die Fahrzeuge würden regelmäßig gereinigt. Der öffentliche
Nahverkehr sei kein besonderer Ort der Ansteckung, so Djebbari.