Corona-Lage NRW: Weitere Kommunen überschreiten Schwellenwert 35

05.10.2020 17:33

Auch in Essen und Wuppertal greift jetzt die Corona-Bremse - und in
Solingen schon zum zweiten Mal nach Mitte September. Manche Kommunen
haben dem RKI aber auch fallende Wochenzahlen gemeldet.

Solingen (dpa/lnw) - In mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens ist
die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter gestiegen. So verzeichnete
etwa Solingen am Wochenende einen geradezu sprunghaften Zuwachs: Seit
Freitag wurden in der 163 000-Einwohner-Stadt 40 neue Infektionen
bekannt. Gerechnet auf 100 000 Einwohner wurden in den vergangenen
sieben Tagen bis Montagmittag 46,6 Neuinfektionen registriert.
Zuletzt hatte Solingen am 16. September über dem Schwellenwert von 35
gelegen, ab dem die erste Stufe der sogenannten Corona-Bremse greift.
Erstmals über den Grenzwert rutschten am Montag Essen (39,4) und
Wuppertal (37,9).

Die erste Stufe der «Bremse» sieht vor, dass bei einer Wocheninzidenz
von mehr als 35 an privaten Feiern außerhalb einer Wohnung nur noch
höchstens 50 Personen teilnehmen dürfen - anstatt 150. Außerdem
müssen die betroffenen Kommunen weitere konkrete Schutzmaßnahmen zur
Eindämmung des Infektionsgeschehens mit übergeordneten Behörden
abstimmen. Ab einem Wert von 50 sind weitere Einschränkungen zu
erwarten.

Laut RKI lagen am Montag auch Köln (38,8), Leverkusen (38,5) und
Duisburg (41,3) oberhalb der 35er-Grenze. In Gelsenkirchen ist der
Wert dagegen seit Donnerstag gesunken. Von 44,1 auf 32,2 am
Montagmorgen. Auch in Dortmund ging er leicht zurück auf 26,2. In
Hamm blieb der Wert dagegen weiterhin sehr hoch: Die Stadt gab die
sogenannte Wocheninzidenz am Montagmittag mit 96,6 an. Dort gelten
schon seit einigen Tagen verschärfte Regelungen wie etwa die
Genehmigungspflicht für private Feiern ab 25 Personen - auch in
privaten Räumen. In Remscheid ging der Wert am Wochenende wieder nach
oben: laut RKI von 57,7 am Samstag auf 61,3 am Montag.

Einen größeren Anstieg vermeldete auch die Stadt Aachen. Dort lag der
Wert am Montagmorgen bei 44,7. Am Freitag hatte er noch 40 betragen,
woraufhin etwa der Mindestabstand bei öffentlichen Veranstaltungen
auf zwei Meter erhöht wurde. Noch eine weitere Kommune in der
Städteregion Aachen hatte am Freitag einen sehr hohen Wert
ausgewiesen: Die 46 000-Einwohner-Stadt Alsdorf kam auf über 50. Als
besondere Maßnahmen waren dort ein Alkoholverbot bei
Sportveranstaltungen sowie eine Genehmigungspflicht für Privatfeiern
außerhalb der Wohnung bei mehr als 25 Teilnehmern eingeführt worden.
Am Montag war die Inzidenz in Alsdorf nach Angaben einer Sprecherin
der Städteregion wieder auf 41,8 gesunken. Die Beschränkungen sollen
aber trotzdem zunächst aufrechterhalten werden.

In Essen soll der Weihnachtsmarkt trotz gestiegener Fallzahlen
stattfinden können, wie die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) am
Montag mitteilte. Größere Abstände zwischen den Buden und die
Einrichtung von «Glühweingärten» sollen dies möglich machen. In
diesen Bereichen müssen sich die Gäste registrieren. In den
Warteschlangen müssen Besucher eine Maske tragen. Nach jedem
Besucherwechsel müssen alle Kontaktflächen desinfiziert werden. Ein
Besuch solle sicher, besinnlich und «vor allem schön» werden,
erklärte EMG-Geschäftsführer Richard Röhrhoff. Der Start ist für
den
13. November geplant.