Mecklenburg-Vorpommern lässt Berliner Touristen weiterhin einreisen

05.10.2020 12:28

Schwerin (dpa) - Ungeachtet der hohen Corona-Infektionszahlen in
einzelnen Berliner Stadtbezirken bleibt Mecklenburg-Vorpommern für
alle Besucher aus der Bundeshauptstadt uneingeschränkt offen. Wie
eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Montag in Schwerin
sagte, werde Berlin bei der Risikobewertung weiterhin als Ganzes
betrachtet. Einreisebeschränkungen oder Quarantäne für Rückkehrer
würden demzufolge erst dann wirksam, wenn Berlin als Stadtstaat
insgesamt mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb
von sieben Tagen aufweise. Nach jüngsten Berechnungen liegt der
Durchschnittswert für Berlin unter 40.

Damit fährt Mecklenburg-Vorpommern, das im Frühjahr wegen seiner
restriktiven Einreiseverbote für Touristen Kritik auf sich gezogen
hatte, einen weicheren Kurs als das Nachbarland Schleswig-Holstein.
Die Landesregierung in Kiel hat inzwischen vier Stadtbezirke im
Zentrum - Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte, Neukölln und
Tempelhof-Schöneberg - als Risikogebiet im Inland ausgewiesen,
nachdem dort der Schwellenwert überschritten worden war. Damit gilt
für Urlauber aus diesen Bezirken oder schleswig-holsteinische
Rückkehrer von dort, dass sie sich 14 Tage in Quarantäne begeben oder
zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssen.

Die Corona-Landesverordnung Mecklenburg-Vorpommerns besagt, dass
Touristen aus Risikogebieten nur dann einreisen dürfen, «wenn ein
ärztliches Zeugnis vorhanden ist, welches bestätigt, dass keine
Anhaltspunkte für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
vorliegen». Dieses Attest darf aber nicht älter als 48 Stunden sein.
Dennoch besteht die Verpflichtung, sich unverzüglich für 14 Tage
häuslich abzusondern. Die Quarantäne kann durch das zuständige
Gesundheitsamt verkürzt werden, wenn eine weitere
PCR-Testung nach 5 bis 7 Tagen ebenfalls negativ ausfällt.

Neben den vier Berliner Stadtbezirken weist das Robert-Koch-Institut
aktuell auch die Städte Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen
sowie den Landkreis Vechta in Niedersachsen als deutsche
Risikogebiete aus.