Wenn Fiffi und Mimi zu fett sind: Uni-Tierärzte helfen beim Abspecken

05.10.2020 05:45

München (dpa) - Übergewicht ist auch bei Haustieren ein Problem - an
einer Kleintierklinik in München gibt es für solche Fälle eine
Spezialsprechstunde. Adipöse Hunde und Katzen werden dort untersucht
und behandelt. Die Tiermediziner nennen den Besitzern zudem Gründe
für das Übergewicht sowie Gegenmaßnahmen, der Kalorienbedarf und
-verbrauch des Tieres wird computergestützt berechnet, wie Petra
Kölle, Oberärztin der Kleintierklinik der Münchner
Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), sagt.

Der dreijährige Rhodesian Ridgeback Bini zum Beispiel hat ein paar
Kilos zu viel. «Die Fettabdeckung sollte so dünn sein, dass man jede
Rippe einzeln fühlt», erklärt Kölle. Bei Bini ist das nicht der Fal
l,
wie Kölles Kollegin Anna-Lena Ziese feststellt. «Wir sind jetzt bei
41,6 Kilogramm und planen über 21 Wochen bei 32 bis 35 Kilogramm
rauszukommen.»

Um abzuspecken, bekommen Hunde wie sie zunächst nur noch einen Teil
des eigentlichen Kalorienbedarfes. Auch Tricks wie Anti-Schlingnäpfe
oder Futterbälle kommen zum Einsatz, bei denen die Tiere nicht sofort
das komplette Futter verschlingen können. «Also Bini, da kommen harte
Zeiten», kommentiert Besitzerin Hildegard Brühschwein die Vorgaben.

«Im Schnitt schenke ich meinem Hund zwei bis zweieinhalb Jahre
Lebenszeit und viel Lebensqualität, wenn ich ihn bei Idealgewicht
halte», zitiert Kölle aus Studien. Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Arthrose, orthopädische Probleme, Harnwegserkrankungen sowie Tumore
sind bei übergewichtigen Tieren demnach deutlich häufiger, bei Katzen
komme noch Diabetes hinzu.

Vor allem die Leckerli vergäßen viele Tierbesitzer gerne in der
Kalorienbilanz. «Bei einer Katze ist ein kleines Stück Käse so, als
ob wir einen Schoko-Donut essen», so Kölle. «Normalerweise fressen
die eine Maus, die zu 80 Prozent aus Wasser besteht.»