Hans: Zweite Corona-Welle nach Sommerurlaub unbedingt verhindern

08.07.2020 04:45

Berlin (dpa) - Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat an die
Eigenverantwortung der Bürger appelliert und zu besonderer Umsicht im
Sommerurlaub wegen der Corona-Krise aufgerufen. «Ganz wichtig ist,
dass vor allem Eltern mit Schulkindern nicht in Risikogebiete fahren
und direkt danach die Kinder in die Schule schicken», sagte Hans der
Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Das kann natürlich nicht gehen.
Hier muss man schon darauf Wert legen, dass Quarantäneregeln
eingehalten werden können.»

Er appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, bei der Wahl ihres
Urlaubsziels zu berücksichtigen, wie das Infektionsgeschehen im
jeweiligen Urlaubsland sei, sagte Hans. Da dieses innerhalb der
Europäischen Union im Moment gut im Griff sei, biete es sich an,
Urlaubsziele etwa in den Nachbarländern Deutschlands zu wählen.
«Allein schon, weil man eben im Notfall von dort auch wieder
schneller zurückkommen kann.»

«Jeder sollte wissen, es wird in diesem Jahr nicht ein Urlaub sein,
wie man ihn aus der Vergangenheit kennt», mahnte der
Ministerpräsident. Es gelte auch im Urlaub, sich an die
Hygieneregeln, das Abstandsgebot und das Tragen von Mund-Nase-Masken
zu halten. «Damit eben nicht hinterher nochmal ein großes
Ausbruchsgeschehen auch in Deutschland stattfindet», sagte Hans, der
auf die Reiseempfehlungen des Auswärtigen Amtes hinwies.

Zugleich warnte der Regierungschef: «Wir müssen mit einer zweiten
Welle rechnen.» Er sei aber kein Freund von Horrorszenarien. «Eine
zweite Welle würde vor allem unsere wirtschaftliche Entwicklung noch
einmal sehr stark treffen. Deswegen müssen wir alles daran setzen, es
zu verhindern», sagte Hans. Gleichzeitig müsse Deutschland aber auch
gewappnet sein, etwa durch die Notbremseregel in den Landkreisen,
nach der schärfere Maßnahmen wieder eingeführt würden, wenn es üb
er
50 Infektionen pro 100 000 Einwohner gebe.

Im Saarland liegt die Grenze bei 35 Neuinfektionen je 100 000
Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. «Das sind ganz wichtige
Regeln, um zu verhindern, dass es noch einmal einen flächendeckenden
Lockdown geben muss», sagte Hans.