Tausende Flüchtlinge im Kongo wegen Corona-Schließungen gestrandet

07.07.2020 17:19

Kampala/Goma (dpa) - Im Osten des Kongos sind Tausende Flüchtlinge
wegen Corona-Schließungen nahe der Grenze zu Uganda gestrandet. Im
Zuge von Kämpfen zwischen Milizen in der Provinz Ituri im Nordosten
des Kongos im Mai seien etwa 45 000 Menschen geflohen, sagte Charlie
Yaxley, ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), am
Dienstag. Einige sind demnach inzwischen in ihre Heimatorte
zurückgekehrt, doch etliche sind an der Grenze geblieben. Sie konnten
aber wegen Corona-bedingten Grenzschließungen nicht in Uganda
einreisen, wie Yaxley sagte.

Etwa 3000 Flüchtlinge durften nun vergangene Woche wegen einer
vorübergehenden Grenzöffnung nach Uganda einreisen, wie es hieß. Zwei

Drittel der Neuankömmlinge seien Kinder. Nach einer 14-tägigen
Quarantäne werden sie demnach in Flüchtlingslager gebracht.

Die Grenzöffnung sei nur eine vorübergehende Handlung gewesen, sagte
der Minister für Katastrophenschutz und Flüchtlinge, Hillary Onek.
«Wir schließen die Grenze wieder, weil wir das Land gegen Covid-19
schützen müssen.»

Im ostafrikanischen Uganda sind etwa 1,4 Millionen Flüchtlinge
registriert, die meisten davon aus dem Südsudan und dem Kongo. Wegen
der Corona-Krise haben viele Länder ihre Grenzen derzeit
geschlossen. Uganda hat bislang knapp 1000 Corona-Fälle verzeichnet.