Mann ersticht Ehefrau in Linienbus vor anderen Fahrgästen

06.07.2020 20:59

Bluttat in einem Linienbus auf dem Land: Ein Mann sticht mit
einem Messer seine Ehefrau nieder. Ärzte können sie nicht mehr
retten. Später stellt sich heraus: Mehrere Kinder waren bei der Tat
im Bus. Die Polizei ermittelte schon einmal gegen den Verdächtigen.

Obergünzburg (dpa) - Ein Mann hat in einem Linienbus in Bayern seine
Ehefrau erstochen - vor anderen Passagieren, darunter mehreren
Kindern. Der 37-Jährige war am Montag in den Mittagsstunden in
Obergünzburg im Allgäu in dem Bus auf seine getrennt von ihm lebende
Partnerin mit einem Messer losgegangen, wie Ermittler mitteilten.
Nach dem Angriff ließ der Mann die Waffe zurück und flüchtete zu Fu
ß.

Bei einer Großfahndung der Polizei wurde der Mann relativ schnell
gestellt, ein für die Suche nach dem Täter angeforderter
Polizeihubschrauber konnte wieder abdrehen.

Die 27 Jahre alte Frau wurde nach der Reanimation durch einen Notarzt
noch in eine Klinik gebracht, wie es weiter hieß. Dort erlag sie aber
den schweren Stichverletzungen.

Der mutmaßliche Täter, ein afghanischer Staatsangehöriger, ist der
Polizei schon seit November 2019 bekannt. Damals habe es einen
Übergriff des Mannes auf die Ehefrau gegeben, berichteten die
Ermittler. Auch das Opfer hatte die afghanische Staatsbürgerschaft.
Beide lebten mittlerweile in unterschiedlichen Wohnungen.

Die Tat geschah kurz vor dem Ortseingang von Obergünzburg, einem Ort
mit etwa 6500 Einwohnern. Der Fahrer stoppte den Bus mitten auf der
Straße. Nach Angaben einer Sprecherin des Busunternehmens waren etwa
zehn Kinder und vier Erwachsene während der Tat im Bus. Die
Messerattacke habe sich im vorderen Teil des Fahrzeugs abgespielt,
die Schulkinder hätten im hinteren Teil gesessen. Der Busfahrer und
weitere Fahrgäste hätten die Polizei alarmiert. Sie wurden nach der
Tat psychologisch betreut.

Die Polizei veröffentlichte für Eltern von Kindern, die die Tat
miterleben mussten, eine Telefonnummer des Bayerischen Roten Kreuzes
für psychosoziale Betreuung.

Die Leiche der Frau sollte noch am Montagabend von Gerichtsmedizinern
obduziert werden. Am Dienstag soll der 37-Jährige dann dem
Haftrichter vorgeführt werden.