Söder: Mein Platz ist immer in Bayern - Lob für Merkel

06.07.2020 11:37

München (dpa) - In der Debatte über die Kanzlerkandidatur der Union
hat CSU-Chef Markus Söder abermals auf seine Rolle als bayerischer
Ministerpräsident verwiesen. «Mein Platz ist immer in Bayern», sagte

er am Montag vor einer Videokonferenz des Parteivorstands in München.
«Ich führe die Debatte ja nicht, es wird ja ständig über mich
geredet, und zwar von allen.» Auf wiederholte Nachfragen, ob er eine
eigene Kanzlerkandidatur kategorisch ausschließe, ging der
CSU-Vorsitzende nicht direkt ein, sondern wiederholte nur, sein Platz
sei in Bayern.

Söder widersprach zudem dem Eindruck, er habe mit seinem Interview am
Wochenende eine Vorauswahl unter den zur Diskussion stehenden
Bewerbern um den CDU-Vorsitz durchführen wollen. «Ich glaube, es ist
nicht die Zeit, über Kandidaturen einzelner zu reden», sagte er. Sein
Beitrag sei vielmehr als Lob für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu
verstehen, die sich in der Corona-Krise erneut bewiesen habe, «wie in
so vielen Krisen zuvor». Oberste Aufgabe sei es jetzt, sich um das
Wohl Vieler zu kümmern und nicht um die Karrieren einzelner.

Söder hatte im «Tagesspiegel» deutlich gemacht, der künftige
Unions-Kanzlerkandidat müsse sich in der Corona-Krise bewiesen haben.
Wer dabei versage, habe «keinen moralischen Führungsanspruch», sagte

er. «Nur wer Krisen meistert, wer die Pflicht kann, der kann auch bei
der Kür glänzen.» Neben NRW-Regierungschef Armin Laschet bewerben
sich der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und der Außenpolitiker
Norbert Röttgen um den CDU-Vorsitz. Laschet hat anders als Söder in
der Corona-Krise einen Lockerungskurs gefahren und ist angesichts der
Infektionsausbrüche in seinem Land teilweise in die Kritik geraten.

Söder betonte nun, alle CDU-Bewerber seien «Topkandidaten»,
ausdrücklich lobte er auch Laschets Krisenmanagement, welches «sehr
stabil und stringent» sei. Mit Blick auf Bundesgesundheitsminister
Jens Spahn ergänzte Söder: «Ich bin kein Karriereberater einzelner
großer Persönlichkeiten in der CDU.» Es sei bekannt, dass er Spahn
schätze und eine große Meinung von ihm habe. «Er gehört sicher zu d
en
großen Hoffnungsträgern, die die CDU hat. Aber die CDU hat viele
Hoffnungsträger.»