Tennis-Chefin Rittner: Berlin-Turnier mit Zuschauern und mit Zverev

30.06.2020 12:40

Berlin (dpa) - Die Berliner Tennis-Turniere Mitte Juli dürfen unter
strengen Hygiene-Regeln vor Zuschauern ausgetragen werden. Das
bestätigte die deutsche Damen-Tennischefin Barbara Rittner am
Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. «Wir haben gestern die Freigabe
bekommen, dass wir dort vor bis zu 1000 Zuschauern spielen dürfen»,
sagte die Turnierdirektorin.

Die Veranstalter teilten später mit, es würden jeweils 800
Eintrittskarten pro Tag für das dreitägige Turnier vom 13. bis 15.
Juli im Steffi-Graf-Stadion angeboten und jeweils 200 Tickets für die
dreitägige Veranstaltung vom 17. bis 19. Juli auf dem einstigen
Flughafen Tempelhof. Die Karten kosten zwischen 120 und 150 Euro und
müssen online gekauft werden. Die beiden zuständigen Bezirksämter
segneten das strenge Hygienekonzept ab.

Bei der Adria-Tour waren zuletzt prominente Profis wie der deutsche
Star Alexander Zverev wegen Verstoßes gegen die Hygieneregeln in die
Kritik geraten. Vom deutschen Topspieler war zudem zuletzt ein
Party-Video aufgetaucht, allerdings ohne zeitliche Zuordnung. Der
23-jährige Hamburger Zverev hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Eine dpa-Anfrage vom Montag blieb bislang unbeantwortet.

«Ich bin nicht dafür zuständig, ob Sascha Zverev dafür bestraft
werden sollte. Ich glaube, er bestraft sich selber mit einem
Imageverlust, denn das macht ihn unglaubwürdig», kritisierte Rittner,
die von einem Start von Zverev in Berlin ausgeht.

«Wir werden ihn nicht ausschließen, aber er wird heute noch einmal
getestet und sich dann in Isolation begeben und in Ruhe trainieren,
hoffe ich», sagte Rittner. «Er muss sich bei uns an die Regeln
halten». Man werde ihn in Berlin nicht mit Party-Bildern sehen. «Wenn
er das tut, würden wir ihn ausschließen», kündigte Rittner an.

Zverev sei «ein guter Junge mit Ecken und Kanten. Hier hat er sich -
und das verurteile ich auch ganz klar - aber völlig falsch verhalten.
Er hat damit der ganzen Tennis-Szene einen Bärendienst erwiesen. Denn
dadurch kommt alles ins Wackeln, die Turniere werden jetzt immer
fragwürdiger. Und wenn wir positive Fälle haben, bricht das ganze
Konstrukt zusammen», fürchtet die Turnierchefin.

Zum «extremen Hygienekonzept» gehöre, dass jeder Zuschauer zunächst

Fieber messen und dann durch eine Hygiene-Tunnel gehen müsse, «in dem
man nicht mit Feuchtigkeit, sondern mit Luft bestrahlt» würde, sagte
Rittner. «Wir werden alle Spieler vorher testen, die Anreisepflicht
zwei Tage vor dem Event haben», berichtete sie. «Es wird leider keine
Autogramme geben, und auch keinen Kontakt von Spielern und
Spielerinnen zu Kindern oder zu Fans», stellte Rittner klar.

Der deutsche Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff und die einstige
Weltranglisten-Vierte Caroline Garcia aus Frankreich komplettieren
die jeweils sechsköpfigen Teilnehmerfelder, wie die Veranstalter am
Dienstag weiter mitteilten.