IWF: Folgen von Corona in Afrika schlimmer als zuvor erwartet

29.06.2020 16:03

Johannesburg (dpa) - Die Corona-Krise wird die afrikanischen Länder
südlich der Sahara laut des Internationalen Währungsfonds noch härter

wirtschaftlich treffen als zunächst erwartet. In diesem Jahr drohe
der Region ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Leistung um 3,2
Prozent, nicht 1,6 Prozent, wie noch im April prognostiziert, teilte
der Internationale Währungsfonds (IWF) am Montag mit. Das Einkommen
pro Kopf werde im Durchschnitt um sieben Prozent sinken.

Dies liegt demnach unter anderem an den strengen Corona-Maßnahmen,
die viele Länder Afrikas verhängten und die teilweise verheerende
wirtschaftliche Auswirkungen haben, etwa in Südafrika. Die meisten
Länder haben inzwischen begonnen, die Maßnahmen wieder zu lockern -
oft aus wirtschaftlichen Gründen. Zudem spielten eine stark gesunkene
Nachfrage sowie die unterbrochenen Lieferketten und der globale
Rückgang der Wirtschaftsleistung eine Rolle, hieß es.

Das Coronavirus erreichte Afrika recht spät und mit rund 383 000
Fällen hat der Kontinent weniger Infizierungen verzeichnet als andere
Regionen der Welt. Allerdings beschleunigt sich inzwischen die
Ausbreitung. Die meisten Fälle haben Südafrika, Ägypten, Nigeria und

Ghana verzeichnet. Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC
erwartet, dass die Pandemie erst im August oder September ihren
Höhepunkt in Afrika erreichen wird.