Laschet: Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

29.06.2020 15:38

Die Menschen im Kreis Warendorf können aufatmen, im Kreis Gütersloh
bleiben die Einschränkungen im öffentlichen Leben noch vorerst für
eine weitere Woche bestehen. Nach den Corona-Infektionen in einer
Fleischfabrik lockert die Landesregierung nur in einer Region.

Düsseldorf (dpa) - Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter
Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine
weitere Woche bis zum 7. Juli eingeschränkt. Für den Nachbarkreis
Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu
Mittwoch aus, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag
in Düsseldorf sagte.

Das Robert Koch-Institut hatte in der Nacht zu Montag neue Zahlen zur
sogenannten Sieben Tage-Inzidenz veröffentlicht. So liegt die im
Kreis Gütersloh die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100 000
Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über
der Marke von 50. Demnach setzte sich nach sehr hohen Werten durch
den Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies der Abwärtstrend
fort. Laut den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh nun 112,6
solche Fälle innerhalb der vergangenen sieben Tage nach zuvor 132,9
am Sonntag und 164,2 am Samstag. Am Dienstag hatte dieser Wert noch
270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige
Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50
Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben
Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim
Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in dem Kreis. Der seit
Mittwoch geltende regionale Lockdown war bisher bis zum 30. Juni
befristet.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter
wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon
am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den
vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen.
Nach Daten von Montag liegt der Wert aktuell bei 22,0 Fällen.

Laschet zufolge ist nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies das Virus
nach Einschätzung der NRW-Landesregierung kaum auf die sonstige
Bevölkerung übergesprungen. Wenn man die Tönnies-Beschäftigten
herausrechne, habe die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100
000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis
Gütersloh bei 22,5 gelegen. Im Nachbarkreis Warendorf lag sie -
ebenfalls die Tönnies-Beschäftigten herausgerechnet - bei 5,4. «Die
Ergebnisse stimmen zuversichtlich», sagte der Ministerpräsident.

Wie die Landesregierung weiter mitteilte, werden die aktuellen
Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW um weitere zwei Wochen
bis mindestens zum 15. Juli 2020 verlängert. Dazu gehört unter
anderem die Maskenpflicht für bestimmte Bereiche.