Neue Produktionsanlage für radioaktive Arzneimittel

29.06.2020 12:29

Dresden (dpa/sn) - Das Pharma-Unternehmen Rotop hat am Standort
Dresden-Rossendorf eine neue Anlage für die Produktion von
radioaktiven Arzneimitteln in Betrieb genommen. Der Geschäftsführer
der Rotop Pharmaka, Jens Junker, sprach am Montag von einem
«großen Meilenstein». Ein neues Arzneimittel soll Medizinern eine
sicherere Diagnose von Morbus Parkinson ermöglichen. Nach dem
Hochfahren der Routineproduktion und letzten Zulassungsformalitäten
soll das sogenannte Radiopharmakon dann spätestens ab September nach
Deutschland und Österreich ausgeliefert werden, später nach ganz
Europa. Die Basis für das Medikament - eine hochkonzentrierte
jodhaltige radioaktive Lösung - wird vom Helmholtz-Zentrum
Dresden-Rossendorf (HZDR) geliefert.

In den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen rund neun
Millionen Euro in die Entwicklung des neuen Arzneimittels und in eine
neue Produktionsanlage auf dem Campus in Dresden-Rossendorf gesteckt.
Insgesamt beschäftigt das Familienunternehmer rund 100 Mitarbeiter,
14 Arbeitsplätze wurden jetzt zusätzlich geschaffen.

Radiopharmaka sind leicht radioaktive Arzneimittel, die bei der
Diagnostik und Therapie von zahlreichen Krankheiten - etwa
Schilddrüsenerkrankungen oder Krebs - zum Einsatz kommen. Sie werden
dem Patienten in der Regel gespritzt und geben dann im Körper für
eine kurze Zeit Strahlung ab.