Meiste Kurzarbeit in Metall- und Elektro-Industrie sowie Tourismus

29.06.2020 05:30

Stuttgart/Düsseldorf (dpa/lsw) - Kurzarbeit durch die Corona-Krise
hat vor allem Regionen mit einem hohen Anteil von Unternehmen aus der
Metall- und Elektroindustrie sowie Urlaubsgebiete in Deutschland
getroffen. Das hat eine Analyse für die gewerkschaftsnahe
Hans-Böckler-Stiftung ergeben. Betroffen ist daher auch und gerade
der Südwesten: Während die Quote angezeigter Kurzarbeit
beispielsweise in der Universitätsstadt Freiburg bei unter 25 Prozent
liegt, beträgt sie im Kreis Böblingen (mit dem Daimler-Standort
Sindelfingen) fast 46 Prozent.

Der bundesweite Durchschnitt angezeigter Kurzarbeit dagegen habe im
April gut 31 Prozent betragen. Vor allem Standorte mit starker
Automobilwirtschaft wiesen hohe Quoten bei der angezeigten Kurzarbeit
auf, heißt es in der Untersuchung des Wirtschafts- und
Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung. In
Regionen hingegen, in denen die pharmazeutische und chemische
Industrie eine große Rolle spielt, liegen die Quoten viel niedriger -
beispielsweise in Ludwigshafen mit nicht einmal zwölf Prozent.

Betroffen sind darüber hinaus die Fremdenverkehrsregionen - etwa
Landkreise wie Breisgau-Hochschwarzwald mit über 41 Prozent
angezeigter Kurzarbeit oder auch das Oberallgäu mit über 40 Prozent.