Trump: Ohne Tests hätten die USA keine Corona-Fälle

26.06.2020 04:44

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump hat die wieder
dramatisch ansteigende Zahl von Coronavirus-Infektionen in den
USA heruntergespielt. «Wenn wir nicht testen würden, hätten wir kei
ne
Fälle», sagte Trump in einem am Donnerstagabend (Ortszeit)
ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. Die USA hätten bislang
rund 30 Millionen Menschen auf das Virus getestet, mehr als jedes
andere Land der Welt. Trumps Einschätzung zufolge geht darauf die
hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA zurück.

Die meisten renommierten Experten lehnen Trumps Erklärung ab, wonach
die Zunahme der Infektionen vor allem auf eine Zunahme von Tests
zurückzuführen sein soll. Sie machen in erster Linie die von Trump
vorangetriebene Lockerung von Corona-Beschränkungen in den
Bundesstaaten verantwortlich.

Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben die
USA zuletzt rund 35 000 neue Infektionen pro Tag verzeichnet -
annähernd so viele wie beim Höhepunkt der Krise im April. Danach
hatte die Zahl abgenommen, bevor sie in diesem Monat wieder in die
Höhe schoss. Inzwischen verzeichnen rund die Hälfte der
US-Bundesstaaten eine Zunahme von Fällen.

Trump wirbt dennoch für eine rasche Wiedereröffnung der Wirtschaft.
Er will - auch mit Blick auf die Wahl im November - möglichst schnell
zur Normalität zurückkehren. Seiner Darstellung zufolge ist das
Coronavirus dabei, nach und nach aus den USA zu verschwinden.

Die Daten stützen das nicht. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott,
kündigte erst am Donnerstag an, die Schritte zur Wiedereröffnung des
Bundesstaats würden wegen der dramatisch steigenden Fallzahlen
ausgesetzt. Abbott gehört wie Trump der Republikanischen Partei an.