Bulgarien will heimgekehrte Tönnies-Mitarbeiter finden

24.06.2020 14:47

Sofia (dpa) - Bulgarien will aus Deutschland zurückgekehrte
Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere
Verbreitung des Coronavirus auf diesem Weg zu vermeiden. «Wir haben
Daten zu einigen von ihnen und werden aktiv versuchen, sie zu
finden», sagte der Oberste Inspektor für Gesundheit in Sofia, Angel
Kuntschew, am Mittwoch. Dies sei allerdings «nicht der effektivste
Mechanismus», räumte er ein.

An der bulgarischen Grenze könnten die Behörden nicht erfahren, wer
genau woher komme, falls die Einreisenden das nicht selbst angäben,
sagte Kuntschew. Zudem müssten Einreisende aus Deutschland in
Bulgarien nicht mehr in Quarantäne. Auch darüber hinaus gebe es in
Bulgarien keine Sanktionen für zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter.
Ausgenommen seien nur Fälle, die bereits Symptome der
Covid-19-Erkrankung hatten.

Eine dreiköpfige Familie, die nach dem Corona-Ausbruch in einer
Schlachtfabrik der Firma Tönnies nach Bulgarien zurückgekehrt war,
wurde einem Bericht des bulgarischen Fernsehsenders bTV zufolge am
Dienstag im Südwesten des Landes unter Quarantäne gestellt. Die
Mitarbeiter des Fleischverarbeiters seien in Deutschland auf das
Coronavirus getestet worden. Sie wüssten aber nicht, wie die Tests
ausgefallen sind. Sie sollten in Bulgarien erneut getestet werden.

In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Einwohnern wurden
bisher 4114 Corona-Infektionen nachgewiesen. Es starben 208 Menschen.
In der vergangenen Woche stieg die Zahl der Neuinfektionen schneller
als zuvor - vor allem in der Hauptstadt Sofia und in einzelnen
Gemeinden im Süden des Landes.