Corona-Ausbruch bei Tönnies: Engpass bei Südtiroler Speck?

24.06.2020 11:24

Bozen/Rheda-Wiedenbrück (dpa7lnw) - Der Corona-Ausbruch beim
deutschen Fleischhersteller Tönnies sorgt auch bei Südtiroler
Speckherstellern für Unruhe. Speck und Wurst aus der
norditalienischen Provinz könnten unter Umständen knapp werden, sagte
Matthias Messner, Direktor des Speckkonsortiums, dem
Nachrichtenportal Stol.it (Mittwoch). «Die Situation ist aktuell
angespannt und ein Engpass kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht
ausgeschlossen werden.»

Bis Ende Mai stammten knapp sechs Prozent der Fleischmenge für
Südtiroler Betriebe von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in
Nordrhein-Westfalen. Es handele sich um rund 175 790 Schweineschlegel
aus Deutschland, sagte Messner. Derzeit gebe es aber keine
Lieferungen mehr aus Rheda-Wiedenbrück. Die Verbraucher müssten sich
keine Sorge um eine Infektion machen. Er verwies auf das
Bundesinstitut für Risikobewertung. Das habe bestätigt, dass es keine
Hinweise gibt, dass es durch den Verzehr von Lebensmitteln, wie
Fleisch und daraus hergestellten Produkten zu einer Infektion des
Menschen kommt.

Südtiroler Speck ist eine geschützte geographische Angabe der EU. Er
darf nur so heißen, wenn er auf eine bestimmte Art und Weise in
Südtirol hergestellt wird. Das Fleisch kommt aber zum großen Teil aus
Deutschland oder aus den Niederlanden.