Basketball-Finale ohne Fans: Liga-Präsident hat Verständnis

24.06.2020 07:13

München (dpa) - Der Präsident der Basketball-Bundesliga kann die
Entscheidung der bayerischen Landesregierung gegen Zuschauer beim
Meisterturnier in München verstehen. «Wir hätten gerne diesen ersten

Testlauf durchgeführt. Aber ich kann nachvollziehen, dass es von
Seiten der Politik in der aktuellen Situation gewisse Hemmungen gab»,
sagte Alexander Reil der Düsseldorfer «Rheinischen Post»
(Mittwoch-Ausgabe).

Die Liga habe beim bayerischen Innenministerium einen Antrag
gestellt, für das Endspiel am Sonntag bis zu 200 Fans in die Arena
lassen zu dürfen. Er wurde aber am Dienstag abgelehnt, weil es laut
Staatsregierung gegenwärtig noch nicht vertretbar erscheint,
Zuschauer zu Sportevents zuzulassen.

Der Blick auf das Corona-Infektionsgeschehen in Gütersloh zeige,
«drastisch, wie schnell und massiv die Infektionszahlen wieder nach
oben schießen können», teilte das bayerische Innenministerium weiter

mit. Einen zweiten Lockdown wie in Gütersloh wolle die
Staatsregierung nicht riskieren. Man werde für den Herbst aber weiter
an Konzepten arbeiten, wie wieder kleine Zuschauerzahlen im Sport
zugelassen werden können. Die Partien im Audi Dome finden wie die
Spiele im Profifußball ohne zahlende Zuschauer statt.

Mit Blick auf die neue Saison und das anhaltende Verbot von
Großveranstaltungen riet Reil zunächst davon ab, überhaupt mit
Zuschauereinnahmen zu kalkulieren: «Ich bin mir relativ sicher, dass
es zu Einnahmeausfällen kommen wird», sagte er. Jeder Club sei
aufgefordert, seine Planungen entsprechend anzupassen.