Dehoga-Chef: Keine Gäste aus NRW-Lockdown-Kreisen aufnehmen

23.06.2020 20:34

Mainz (dpa/lrs) - Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga in
Rheinland-Pfalz hat sich gegen Gäste aus den zwei von einem massiven
Corona-Ausbruch betroffenen Kreisen in Nordrhein-Westfalen in Hotels
hierzulande ausgesprochen. Hotels und Gaststätten in Rheinland-Pfalz
sollten vorerst keine Besucher aus den Kreisen Gütersloh und
Warendorf aufnehmen, sagte Präsident Gereon Haumann dem
SWR-Fernsehen. «Der Gesundheitsschutz in den Betrieben wiegt schwerer
als der Umsatzverlust, wenn Gäste abgewiesen werden.»

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen hatten am Dienstag den Alltag von
mehr als 640 000 Menschen in den beiden NRW-Kreisen rund um die
größte deutsche Fleischfabrik erheblich eingeschränkt. Dort treten
viele der im übrigen Bundesgebiet inzwischen weitgehend aufgehobenen
Pandemie-Schutzmaßnahmen zumindest bis zum 30. Juni wieder in Kraft.
Die Gesundheitsminister der Länder wollen am Mittwoch in einer
Telefonkonferenz über ein gemeinsames Vorgehen nach den massenhaften
Corona-Neuinfektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies beraten.

Auch andernorts wurde schon auf den Ausbruch reagiert. Auf der
Ostseeinsel Usedom wurden am Montag 14 Menschen aus Corona-Hotspots
aufgefordert, vorzeitig abzureisen. In Bayern dürfen
Beherbergungsbetriebe künftig keine Menschen mehr aufnehmen, die aus
einem Kreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den
zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100 000 Einwohner
liegt. Ausnahmen gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen
negativen Corona-Test vorweisen können. In Schleswig-Holstein müssen
Reisende aus Corona-Risikogebieten wie dem Kreis Gütersloh nach ihrer
Einreise für 14 Tage in Quarantäne.

Haumann teilte der dpa in Mainz mit, der Dehoga empfehle seinen
Mitgliedern, bis auf weiteres auf Gäste aus den betroffenen
NRW-Kreisen verzichten. «Wir möchten die positive Entwicklung des
Infektionsgeschehens in Rheinland-Pfalz nicht gefährden.»