Regelbetrieb und Ferienbetreuung: Corona-Fahrplan für Bayerns Schulen

23.06.2020 16:03

Unter Hygieneauflagen will Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) zum
kommenden Schuljahr wieder den Regelbetrieb in Bayerns Schulen
starten - doch es könnte auch anders kommen.

München (dpa/lby) - Nach Monaten im Corona-Ausnahmezustand sollen
Bayerns Schulen im kommenden Schuljahr unter Auflagen wieder zum
täglichen Präsenzunterricht für alle Schüler zurückkehren könne
n.
«Ziel ist es, einen Regelbetrieb mit Hygienemaßnahmen im September zu
starten. Das bedeutet so viel Normalität wie möglich bei so viel
Gesundheitsschutz wie nötig», sagte Kultusminister Michael Piazolo
(Freie Wähler) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.
Darüber hinaus beschloss das Kabinett die Bereitstellung zusätzlicher
Angebote zur Ferienbetreuung und den Ausbau der Digitalisierung an
Bayerns Schulen.

Derzeit findet der Unterricht zeitversetzt in kleineren
Schülergruppen statt. Voraussetzung für den Regelbetrieb mit allen
Schülern, bei dem dann der derzeitige Mindestabstand von eineinhalb
Metern aufgehoben werden müsste, sei eine weiterhin positive
Entwicklung der Corona-Fallzahlen im Freistaat, sagte Piazolo.
Entsprechende Hygieneauflagen würden in einem neuen Hygieneplan mit
dem Gesundheitsministerium festgelegt.

«Auf der anderen Seite heißt es, auch auf Alternativszenarien
vorbereitet zu sein», mahnte Piazolo. Wie das aktuelle Beispiel
abrupter Schulschließungen im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen
wegen eines erneuten massiven Corona-Ausbruchs zeige, sei in der
Planung für das neue Schuljahr vor allem Flexibilität gefragt. Bei
einem deutlichen Anstieg der Neuinfektionen im Freistaat müsse
eventuell weiterhin Präsenzunterricht im Wechsel mit
Distanzunterricht stattfinden, im schlimmsten Falle könnten auch
erneute flächendeckende Schulschließungen nötig werden, so der
Kultusminister.

In den Sommerferien will die Staatsregierung außerdem Schüler und
ihre Familien durch zusätzliche freizeitpädagogische Ferienangebote
unterstützen. Entsprechende Programme seien vor allem für Schüler der

ersten bis sechsten Klassen gedacht und könnten Eltern helfen, die
ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht hätten, sagte Piazolo.
Besondere Förderangebote soll es dann auch zu Beginn des neuen
Schuljahres geben, um gezielt Schülern zu helfen, die durch die
Corona-Einschränkungen Lernrückstände zu verzeichnen hätten.

Auch die Digitalisierung an den Schulen will Bayern weiter ausbauen.
Distanzunterricht könne auch zukünftig durch ein «digitales
Gesamtpaket» bewältigt werden, sagte Piazolo. Ein wichtiger
Bestandteil davon sei etwa die staatliche digitale Plattform «mebis»,
über die Schüler Lerninhalte abrufen können. Bayerns Schüler sollen

künftig außerdem durch Mittel aus dem Digitalpakt Schule die
Möglichkeit bekommen, digitale Endgeräte befristet von den Schulen
auszuleihen, um sie zum Lernen zuhause nutzen zu können.