Die Corona-Situation in Bulgarien und Rumänien

23.06.2020 15:52

Sofia/Bukarest (dpa) - Viele der in Ostwestfalen von
Corona-Infektionen betroffenen Tönnies-Schlachtereiarbeiter stammen
aus Bulgarien und Rumänien. Die beiden osteuropäischen Länder leiden

nach absoluten Zahlen weniger unter der Pandemie als andere Staaten
Europas. Jedoch wird befürchtet, dass bei steigenden Fallzahlen die
Krankenhäuser überlastet werden könnten. Dies wurde bislang durch
strenge Schutzmaßnahmen verhindert, die inzwischen aber gelockert
wurden.

Die Zahl der Neuinfektionen ist nach den ersten Lockerungen
gestiegen. In Rumänien hat sich das Tages-Plus an Infektionen ein
paar Tage lang sogar verdoppelt, in Bulgarien wuchs die Zahl vor
allem in der Hauptstadt Sofia und in einzelnen Gemeinden im Süden des
Landes.

In Rumänien gelten Abstands- und Maskenpflicht in geschlossenen
öffentlichen Räumen - jedoch steht die Regierung unter Druck einer
starken Opposition, die diese Maßnahmen abschaffen will. In Bulgarien
wurde die Maskenpflicht gerade wieder eingeführt, nachdem sie am 15.
Juni abgeschafft worden war.

In Rumänien sind bisher (Stand: Dienstag) 1539 Menschen nach einer
Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. In dem Land mit rund 18
Millionen Einwohnern hatten sich seit Beginn der Pandemie gut 24 500
Menschen infiziert. In Bulgarien lag die Zahl der Corona-Todesopfer
bei 207. Infiziert hatten sich nach offiziellen Angaben in dem Land
mit einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen insgesamt
3984 Patienten.