Experten warnen: Klimawandel erhöht Risiko für Unruhen und Konflikte

23.06.2020 12:41

Berlin (dpa) - Die Außen- und Sicherheitspolitik muss sich nach
Einschätzung von Wissenschaftlern und der Bundesregierung künftig
stärker mit den Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. Die Folgen
des Klimawandels seien ebenso schwerwiegend wie die der
Corona-Pandemie, «für Menschenleben und als Quelle künftiger
Konflikte», teilte Außenminister Heiko Maas am Dienstag zum Auftakt
einer Konferenz zum Thema «Klima und Sicherheit» mit. Die Außen- und

Sicherheitspolitik müsse dem Rechnung tragen. «Es braucht keinen
einzigen Schuss, um ganze Regionen in Aufruhr zu stürzen», mahnte er.
«Eine lange Dürre kann eine ebenso zerstörerische Wirkung haben.»

Auf der Berliner Konferenz zu Klima und Sicherheit (BCSC) suchen
Wissenschaft und Politik gemeinsam nach Wegen, die neuen Risiken für
Frieden und Sicherheit zu minimieren. Organisiert wird sie vom
Auswärtigen Amt mit der Denkfabrik Adelphi und dem Potsdam-Institut
für Klimafolgenforschung (PIK).

PIK-Co-Chef Johan Rockström sagte, weil die Grenzen des Planeten
überschritten würden, werde es häufiger zu Auseinandersetzungen um
Ressourcen kommen. «Wir sehen diese Auswirkungen bereits jetzt, zum
Beispiel in gefährdeten Regionen in der Sahelzone, wo Dürren zu
Ernährungskrisen beitragen, die wiederum Unruhen auslösen können»,

erklärte der Erdsystem-Wissenschaftler. Der Ökonomen Ottmar
Edenhofer, der das Institut mir Rockström leitet, mahnte: «Sicherheit
und Wohlstand im 21. Jahrhundert werden zu einem großen Teil davon
abhängen, wie wir die globalen Gemeinschaftsgüter managen,
einschließlich der Klimastabilität.»