SPD-Seite rechnet mit Festlegung zu Großveranstaltungen

17.06.2020 14:13

Berlin (dpa) - Mehrere SPD-Ministerpräsidenten rechnen damit, dass
bei den Beratungen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem
Mittwoch eine Verlängerung des Verbots von Großveranstaltungen
beschlossen wird. «Es ist auf jeden Fall wichtig, dass wir uns
verständigen, dass Großveranstaltungen weiterhin entweder gar nicht
oder nur unter sehr strengen Auflagen durchgeführt werden sollen»,
sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) der
Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Man habe bei den Auflagen bisher
immer einige Monate nach vorne gedacht. «Insofern ist es sinnvoll,
dass wir sagen, wir wollen über den August hinaus keine
Großveranstaltungen im klassischen Sinne in Deutschland
veranstalten.»

«Das erste und wichtigste Ziel ist es, zu vermeiden, dass es zu einer
zweiten Welle in Deutschland kommt, und deswegen werden wir uns
weiter einschränken müssen», sagte Brandenburgs Ministerpräsident
Dietmar Woidke (SPD). «Es ist ein Preis, den wir bezahlen müssen,
aber es ist auch kein allzugroßer Preis dass auf Großveranstaltungen
weiter verzichtet werden muss.» Er gehe davon aus, dass es heute zu
einem solchen Beschluss kommen werde. Die rheinland-pfälzische
Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der dpa, es müsse eine
gemeinsame Aussage in der Bundesrepublik Deutschland zum Thema
Großveranstaltungen geben. Daran arbeite man bei den Gesprächen.

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) beraten an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen in der
Corona-Krise. Die Länderchefs trafen zunächst zu einem Vorgespräch
ohne die Kanzlerin zusammen.

In der Bundesliga könne er sich persönlich vorstellen, dass man in
den Stadien mit weniger Zuschauern zurechtkomme, sagte Tschentscher.
Darüber würden bei den Gesprächen am Mittwoch aber keine konkreten
Festlegungen getroffen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin
Manuela Schwesig (SPD) betonte, dass von den Gesprächen vor allem ein
Signal an Kinder und Familien ausgehen müsse. «Die
Großveranstaltungen sind nach wie vor eine große Herausforderung.»
Solange man sich nicht in anderen alltäglichen Dingen, die wichtig
sind, wie Kita und Schule, schon wieder im alten, verlässlichen
Alltag befinde, «sollten wir mit den Großveranstaltungen nach wie vor
vorsichtig sein».