Bundesregierung stuft Türkei als Corona-Risikogebiet ein

17.06.2020 04:30

Für Europa ist die Lage ziemlich klar: Der Urlaub kann beginnen. Aber
was ist mit den anderen Ländern? Eine Risikoliste der Bundesregierung
gibt dafür jetzt neue Anhaltspunkte. Darauf steht ein Land, dass bei
deutschen Touristen besonders beliebt ist.

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat die Türkei zusammen mit 130
weiteren Ländern als Corona-Risikogebiet eingestuft. Auf der Liste,
die bereits am Montag zum ersten Mal vom Robert-Koch-Institut (RKI)
veröffentlicht wurde und nun regelmäßig aktualisiert wird, stehen
auch andere beliebte Urlaubsländer der Deutschen wie Ägypten,
Thailand und Marokko.

Einreisende aus einem Risikogebiet müssen damit rechnen, dass sie 14
Tage in Quarantäne müssen. Für diese Länder ist unter anderem
deswegen eine Aufhebung der immer noch für mehr als 160 Länder
außerhalb der Europäischen Union geltende Reisewarnung nach jetzigem
Stand kaum möglich.

Vor allem die Türkei, das drittbeliebteste Urlaubsland der Deutschen
nach Spanien und Italien, dringt auf eine Aufhebung dieser
Reisewarnung und wirbt um deutsche Touristen. Der türkische
Außenminister Mevlüt Çavusoglu hatte sich vor wenigen Tagen
enttäuscht über die Beibehaltung der Reisewarnung gezeigt. «Die
wissenschaftlichen Gründe hinter der Entscheidung sind für uns nur
schwer zu verstehen», sagte er dem «Spiegel». Alles sei vorbereitet
für eine sichere Reise in die Türkei.

Die Bundesregierung hatte die wegen der Corona-Pandemie verhängte
weltweite Reisewarnung für Touristen am Montag für 27 europäische
Länder aufgehoben. Für mehr als 160 Staaten außerhalb der EU besteh
t
sie zunächst bis zum 31. August weiter, kann aber für einzelne Länder

auch vorher aufgehoben werden. Für ein Risikogebiet ist das aber kaum
denkbar.

Ausschlaggebend für eine entsprechende Einstufung ist die Zahl der
Neuinfektionen. Sind es mehr als insgesamt 50 auf 100 000 Einwohner
innerhalb einer Woche, gilt ein Land als Risikogebiet. Aber auch wenn
die Infektionszahl niedriger liegt, kann ein Land zum Risikogebiet
erklärt werden - zum Beispiel bei mangelnden Testkapazitäten oder
unzureichenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. «Ebenso wird
berücksichtigt, wenn keine verlässlichen Informationen für bestimmte

Staaten vorliegen», heißt es auf der Internetseite des RKI.

Einziges EU-Land, das noch als Risikogebiet gilt, ist Schweden. Von
den Ländern außerhalb der EU sind zum Beispiel Tunesien, Neuseeland
und Australien nicht als Risikogebiet eingestuft.