Neuartiges Coronavirus auch in Ägypten - Erster Fall in Afrika

14.02.2020 19:20

Genau das hatten Experten befürchtet: Mit Ägypten hat das neue
Coronavirus das erste afrikanische Land erreicht. Ein Patient wurde
positiv getestet.

Kairo/Frankfurt (dpa) - Das neuartige Coronavirus hat Afrika
erreicht. Das ägyptische Gesundheitsministerium teilte am
Freitagabend in Kairo mit, es handele sich um eine ausländische
Person. Zur Nationalität machte das Ministerium keine weiteren
Angaben. Unklar blieb auch, aus welchem Land die Person nach Ägypten
gereist war. Der Patient zeige keine Krankheitssymptome und werde auf
einer Isolierstation behandelt. Andere Personen, die mit ihm in
Kontakt standen, wurden dem Ministerium zufolge negativ getestet.

Bislang war nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch
keine Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 auf dem Kontinent bekannt
geworden. Viele Experten haben die Sorge, dass das Virus Länder mit
einem schlechten Gesundheitssystem etwa in Afrika oder Asien
erreicht, wo es schwer zu kontrollieren wäre. Dann drohe sich die
Lungenkrankheit dauerhaft auf der Welt einzunisten.

Außerhalb von Festland-China waren am Freitag in mehr als zwei
Dutzend Ländern rund 580 Fälle bestätigt. In China, wo der Erreger
der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 zuerst aufgetaucht war, sind
auf dem Festland derzeit knapp 64 000 Infektionen mit Sars-CoV-2
erfasst.

Als erstes Land der arabischen Welt hatten die Vereinigten Arabischen
Emirate (VAE) Ende Januar vier bestätigte Infektionen mit dem
Coronavirus gemeldet. Mittlerweile sind weitere Ansteckungen
hinzugekommen. Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um
Chinesen.

In Deutschland wurden bisher 16 Infektionen festgestellt - 14
Patienten wurden in Bayern behandelt, zwei in Frankfurt. Nachdem am
Donnerstag einer der bayerischen Patienten entlassen wurde, konnten
am Freitag auch die beiden Frankfurter Patienten nach Hause. «Sie
sind symptomfrei und nachweislich nicht ansteckend», teilte ein
Sprecher des Uniklinikums mit. Es bestehe keine Gefährdung für sie
oder ihre Umgebung.

Die beiden Patienten waren am 1. Februar zusammen mit 124 anderen
Menschen aus der besonders schwer betroffenen chinesischen Stadt
Wuhan ausgeflogen und in eine Kaserne in Germersheim zur Quarantäne
gebracht worden. Nachdem dort die Infektion nachgewiesen worden war,
wurden die beiden Patienten in die Uniklinik Frankfurt gebracht.