Häufung von Mumps-Fällen in Berlin - Vor allem junge Männer betroffen

14.02.2020 11:45

Berlin (dpa) - In Berlin sind seit Ende vergangenen Jahres vermehrt
Menschen an der Virusinfektion Mumps erkrankt. Bei 33 Patienten wurde
der Erreger zwischen Mitte November und Anfang Februar nachgewiesen,
die meisten von ihnen Männer zwischen 18 und 41 Jahren. «Die
bisherigen Daten legen eine Übertragung besonders zwischen Männern,
die Sex mit Männern haben, nahe», teilte das Berliner Landesamt für

Gesundheit und Soziales (Lageso) am Freitag der dpa mit.

In den vergangenen Jahren traten laut Lageso-Wochenbericht im
gleichen Zeitraum im Mittel sechs Mumps-Fälle in der Hauptstadt auf.
Es müsse mit dem Auftreten weiterer Erkrankungen gerechnet werden.
Das Lageso teilte mit, die zweifache Impfung gegen Mumps sei die
wirksamste Vorbeugemaßnahme. 15 Betroffene waren nicht dagegen
geimpft. Mumps-Viren würden durch Tröpfchen und direkten
Speichelkontakt übertragen.

Symptome sind unter anderem Fieber und eine schmerzhafte entzündliche
Schwellung der Speicheldrüsen. Komplikationen werden laut Robert
Koch-Institut (RKI) mit steigendem Alter häufiger. Wie das Lageso
erklärt, kann sich bei 20 bis 30 Prozent der erwachsenen Männer eine
Hodenentzündung entwickeln, die als Risikofaktor für Hodenkrebs
gelte.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden laut RKI bundesweit mehrere
größere Mumps-Ausbrüche erfasst. 2010/11 etwa seien in Bayern fast
300 Fälle gezählt worden, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene.
Insgesamt wurden bundesweit zuletzt zwischen rund 530 und 840
Mumps-Fälle pro Jahr gemeldet.