Coronavirus: Mehr Tote als durch Sars - Deutsche starten in Wuhan

09.02.2020 02:32

Nach einem Zwischenstopp in Oxford sollen die Rückkehrer aus der
schwer betroffenen Stadt Wuhan am Sonntag in Berlin ankommen. In
China steigt die Zahl der Opfer und Infizierten weiter an.

Peking (dpa) - Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus
hat die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren überstiegen. Mit
89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas
Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl
der Opfer weltweit auf 813. An dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom
(Sars) waren 2002/2003 laut WHO 8096 Menschen erkrankt und weltweit
774 gestorben. Allein in Festland-China und Hongkong hatte es
648 Todesfälle geben.

Unterdessen machte sich eine britische Chartermaschine mit
deutschen Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen
chinesischen Millionenstadt Wuhan auf den Weg nach Großbritannien.
Das Flugzeug mit 200 Briten und weiteren Staatsbürgern an Bord habe
am Sonntagmorgen um 3.20 Uhr (Ortszeit; 20.20 Uhr MEZ Samstagabend)
in Wuhan abgehoben, teilte das Außenministerium in London am
Samstagabend mit. Es sollte am Sonntagmorgen auf dem britischen
Militärflughafen in der Nähe von Oxford landen.

Das Auswärtige Amt twitterte am Samstagabend mit einem Dank an die
britischen Behörden: «An Bord einer britischen Chartermaschine sind
Deutsche und Familienangehörige aus Wuhan auf dem Weg in die Heimat.»
In Berlin werden am Sonntagvormittag etwa 20 deutsche Staatsbürger
aus Wuhan erwartet. 

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag
in China um weitere 2656 auf 37 198 Fälle. Außerhalb Chinas
sind bislang mehr als 300 bestätigte Infektionen bestätigt, davon 14

in Deutschland. 

Bis auf ein Opfer auf den Philippinen und eines in der
chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong haben sich alle
Todesfälle auf dem chinesischen Festland ereignet - die meisten in
der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo das Virus in der
Stadt Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. In der Provinz kamen
bislang 780 Menschen ums Leben. 

In Tegel werden die Rückkehrer aus Wuhan laut Gesundheitsverwaltung
von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Er soll prüfen, ob bei
Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind. Sie sollen
dann in einem Isolierbereich in den Kliniken des Deutschen Roten
Kreuzes im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin
untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus
getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet. 

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem
Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden.
Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und
Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am
Main angekommen.