Chinesische Botschaft in Berlin: Mehr Anfeindungen gegen Chinesen

05.02.2020 03:00

Berlin (dpa) - Die chinesische Botschaft in Berlin sieht wegen der
Ausbreitung des Coronavirus mehr Fälle von Anfeindungen gegen
chinesische Bürger in Deutschland. «Die jüngsten Anfeindungsfälle u
nd
die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem
Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend», teilte
die Botschaft auf Anfrage mit.

Nach einem Angriff auf eine Chinesin in Berlin habe man sofort die
Polizei kontaktiert. «Inzwischen hat die Botschaft auch beim
Auswärtigen Amt interveniert und notwendige Maßnahmen gefordert, um
die Sicherheit, legitime Rechte und die Würde der chinesischen
Staatsbürger zu gewährleisten», hieß es.

Wie die Berliner Polizei am Samstag mitteilte, sollen zwei Frauen am
Freitagnachmittag im Stadtteil Moabit eine Chinesin rassistisch
beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen sowie geschlagen
und getreten haben. Die 23-Jährige wurde demnach am Kopf verletzt und
ambulant in einem Krankenhaus behandelt, ihre Brille zerbrach. Die
Angreiferinnen flüchteten. Die Polizei verwies auf Nachfrage zu den
Beleidigungen auf laufende Ermittlungen.

Nach dem Fall habe man die chinesischen Staatsbürger in Deutschland
auf sozialen Medien und über die eigene Webseite auf die aktuelle
Situation hingewiesen, erklärte die Botschaft. Man habe Ratschläge
für den Fall einer Provokation oder sogar Straftat gegeben und
Aufmerksamkeit in Bezug auf den Schutz der eigenen Sicherheit
angemahnt.