Vorsicht wegen Coronavirus - Hochschulen sagen Dienstreisen ab

04.02.2020 13:02

Sachsen-Anhalts Hochschulen setzten auf Internationalität und
Austausch. Auch China gehört zu den wichtigen Partnern. Mit Blick auf
das Coronavirus gibt es nun Vorsichtsmaßnahmen.

Magdeburg/Halle/Köthen (dpa/sa) - Die Hochschulen in Sachsen-Anhalt
lassen im Zusammenhang mit dem Coronavirus Vorsicht walten.
«Vorsorglich hat die Hochschule Anhalt Dienstreisen von
Hochschulangehörigen und Exkursionen von Studierenden nach China für
die kommende Zeit abgesagt», erklärte eine Sprecherin der Hochschule
Anhalt auf Nachfrage. Derzeit studierten an der Hochschule und dem
Landesstudienkolleg 800 Chinesen. Auch andere Hochschulen verzichten
vorerst auf Dienstreisen nach China.

In China steigt die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle
durch das Coronavirus sprunghaft. Am Dienstag gab es mehr als 20 000
bestätigte Erkrankungen, die Zahl der Todesfälle lag laut der
chinesischen Gesundheitsbehörde bei über 400. In Deutschland haben
sich zwölf Menschen nachweislich mit dem neuen Virus infiziert.

An der Hochschule Anhalt hieß es weiter: «Ob viele chinesische
Studierende für das Neujahrsfest nach Hause geflogen sind, ist der
Hochschule nicht bekannt. Derzeitig beginnt die Prüfungszeit für alle
Studierenden, das dürfte eine Heimreise verhindert haben.» Der
Campusbetrieb laufe regulär weiter.

Auch an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, wo 355
chinesische Studierende immatrikuliert sind, sind laut einer
Sprecherin alle Dienstreisen nach China ausgesetzt. Die Uni empfehle
ihren Studierenden, Reisen nach China so weit wie möglich zu
verschieben. Diejenigen, die gerade aus China kämen, sollten sich
verstärkt beobachten und bei Krankheitssymptomen unverzüglich zum
Arzt gehen.

«Darüber hinaus richtet die Uni Magdeburg für die Studierenden ein
Beratungsangebot für Fragen rund um das Thema ein und erteilt auf
Anfrage Auskünfte zum Stand der Dinge.» Auch für die Uni-Mitarbeiter

gebe es in der Medizinischen Fakultät eine Beratungshotline. In allen
Einrichtungen der Universitätsmedizin Magdeburg gelte: Alle
China-Reisenden dürften erst wieder in den Dienst, wenn die Rückkehr
länger als 14 Tage zurückliege.

Die Hochschule Merseburg hat für ihre Mitarbeiter ein
Dienstreiseverbot für China verhängt. Laut einem Sprecher kommt die
Hochschule damit ihrer Fürsorgepflicht nach. Die Studierenden -
darunter 115 Chinesen - und Mitarbeiter würden zum Thema Coronavirus
informiert, «allerdings ohne Panik zu schüren», betonte der Sprecher.

Rückreisen chinesischer Studenten zum Ende des Wintersemesters nach
China fänden nicht statt.

«Allerdings kommen 16 chinesische Studierende nach einem
dreimonatigen Praktikum aus China zurück. Diese werden beim hiesigen
Gesundheitsamt (Saalekreis) gemeldet und müssen angeben, wo sie sich
zum Beispiel aufgehalten haben und mit welchem Flug sie
zurückgekommen sind», erklärte der Hochschulsprecher weiter. Das
Praktikum habe aber nicht in der besonders stark betroffenen Region
Wuhan stattgefunden.

An der Universität Halle sind aktuell 166 chinesische Studenten
immatrikuliert, wie eine Sprecherin mitteilte. Die Hochschule
ergreife derzeit keine eigenen Maßnahmen. Rektor Christian Tietje
schrieb an die Beschäftigten, sie mögen die Hinweise des Auswärtigen

Amts beachten, nach denen eine Teilreisewarnung bestehe.