Immer weniger Apotheken in Bayern

03.02.2020 06:30

München (dpa/lby) - Die Zahl der Apotheken in Bayern ist im
vergangenen Jahrzehnt spürbar gesunken. Nach Daten des Bayerischen
Apothekerverbandes (BAV) gab es Anfang 2009 mit 3447 Apotheken einen
Höchststand. Danach ist die Zahl von Jahr zu Jahr immer weiter
geschrumpft, auf zuletzt 3073. Das bedeutet eine Abnahme um 10,8
Prozent. Auch auf Bundesebene ist die Zahl der Apotheken etwa im
gleichen Tempo gesunken.

Ein Grund für den Rückgang liege in Gesetzesänderungen der
vergangenen Jahre, die zum Teil massive finanzielle Einbußen für
viele Apotheken mit sich gebracht hätten, erklärte ein BAV-Sprecher.
Es werde für viele Inhaber immer schwieriger, Nachfolger zu finden.
Auch beim pharmazeutischen Fachpersonal gebe es immer größere
Nachwuchsprobleme. Viele Apotheker hätten zudem Sorge, dass die
Konkurrenz durch ausländische Versandapotheken immer schärfer werde.
Die Apothekerverbände fordern deshalb von der Bundesregierung
Gegenmaßnahmen.

Deutschland liegt nach Berechnungen des Apotheker-Dachverbandes ABDA
bei der Apothekendichte mit 23 Apotheken je 100 000 Einwohner im
Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union im unteren
Mittelfeld. In Griechenland liegt die Apothekendichte danach mit 88
Apotheken je 100 000 Einwohner deutlich höher. Dänemark kommt mit
acht Apotheken je 100 000 Einwohner auf eine wesentlich geringere
Apothekendichte als Deutschland, ebenso wie die Niederlande mit zwölf
Apotheken je 100 000 Einwohner.