Klinik: Mit Serratia-Keim infizierten Frühgeborenen geht es gut

02.02.2020 13:44

Ein bereits schwer geschädigtes Baby ist vergangene Woche auf der
Frühchen-Station in Heide mutmaßlich an einem Magen-Darm-Keim
gestorben. Den anderen ebenfalls infizierten Frühgeborenen geht es
laut Klinik gut. Mit der Desinfektion der Räume sei begonnen worden.

Heide (dpa/lno) - Nach dem Tod eines Frühgeborenen am
Westküstenklinikum in Heide im Kreis Dithmarschen (WKK) geht es den
anderen neun ebenfalls mit dem Serratia-Keim infizierten Babys nach
Angaben des Krankenhauses gut. Die Bindehautentzündung eines der
betroffenen Kinder sei weitgehend abgeklungen, teilte die Klinik am
Sonntag mit. Dafür zeige ein anderes Kind Zeichen einer leichten
Bindehautentzündung, die behandelt werde. «Alle Kinder bleiben
weiterhin isoliert.»

Am vergangenen Dienstag war ein bereits schwer geschädigtes Baby
dreieinhalb Tage nach seiner Geburt gestorben. Ursache für den Tod
war nach Einschätzung des Chefarzts der Kinderklinik, Thorsten
Wygold, möglicherweise die Infektion mit dem Serratia-Keim. Der
Magen-Darm-Keim sei in einer Blutkultur nachgewiesen worden.

Ursprünglich war bei acht Frühgeborenen bei einer regelmäßigen
Hygienekontrolle eine Besiedelung mit dem Keim nachgewiesen worden.
Inzwischen seien es neun Babys, wobei der Befund erst jetzt vorliege
und die Besiedelung vor der Intensivierung der Hygienemaßnahmen
stattgefunden habe. «Bei dem Kind handelt es sich um einen größeren
Säugling, für den der Keim keine Gefahr darstellt», erklärte Wygold
.
Der Keim kommt der Klinik zufolge auch bei gesunden Menschen vor,
ohne diese krank zu machen.

Wie der Keim auf die Frühgeborenen-Intensivstation kam, ist bislang
nicht bekannt. Vermutlich wurde er von außen eingeschleppt. Mit der
Desinfizierung sei bereits begonnen worden. «Bereits leerstehende
Zimmer werden fortlaufend mit hochwirksamen Desinfektionsmitteln
gereinigt, ebenso Geräte, Flächen und bewegliches Inventar», erklär
te
die Leiterin der Krankenhaushygiene, Christiane Sause. Zusätzlich sei
geplant, diese Woche leerstehende Räume durch Vernebelung mit
Wasserstoffperoxid als weitere Sicherheitsmaßnahme zu behandeln.

Seit vergangenem Donnerstag ist die Frühgeboren-Intensivstation für
voraussichtlich mindestens 14 Tage für vorhersehbare Neuaufnahmen
geschlossen worden. Perinatalzentren in Itzehoe und Rendsburg haben
ihre Unterstützung zugesagt. Der Betrieb im Kreißsaal und auf der
Entbindungsstation sei nicht eingeschränkt. Auch die
Intensivbehandlung größerer Kinder laufe unverändert.