E-Zigaretten: US-Regierung sagt Aromen den Kampf an

12.09.2019 04:15

Nach mehreren Todesfällen in den USA stehen E-Zigaretten in einem
schlechten Licht. Die Regierung von Donald Trump macht nun einen
Vorstoß, der zumindest Jugendliche vom Dampfen fernhalten soll.

Washington/New York (dpa) - Ausgefallene Geschmacksrichtungen für
E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den
Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte
am Mittwoch im Weißen Haus in Washington «sehr strenge» Vorschriften

für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als
«großes Problem». Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren
Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht
- der mittlerweile sechste.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite
Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von
Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister
Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende
sogenannte Liquids - also Flüssigkeiten, die verdampft werden.

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten
hin: Menschen würden sterben, sagte er. «Wir können nicht zulassen,
dass Menschen krank werden.» Vordergründig wurde das geplante Verbot
aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern
mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige. First Lady Melania
Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von
E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer
«wachsenden Epidemie» gesprochen.

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten
rauchten, die nach Mint, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten.
Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung
ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten «brauchen könnten, um
mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören», sagte Azar.
Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit
Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen denkbar.

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer
von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden
gewarnt. Neben den sechs bekannten Toten wurden der
US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in
33 Bundesstaaten gemeldet.

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von
E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen
Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele

der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven
Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist
der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher
Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von
E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.