Bayern geben für Zahnersatz besonders viel Geld aus

11.07.2019 12:56

Berlin (dpy/lby) - Beim Zahnersatz greifen die Bayern nach einer
Auswertung der Barmer im Bundesvergleich besonders tief in de Tasche.
Für Kronen, Brücken und anderen Zahnersatz zahlen sie im Schnitt 1228
Euro als Eigenanteil dazu. Das ist fast doppelt so viel wie bei
Patienten in Sachsen-Anhalt, wie aus dem «Zahngesundheitsatlas» der
Krankenkasse hervorgeht, der am Donnerstag in Berlin erstmals
vorgestellt wurde.

Im Freistaat tragen Patienten mit ihrem Eigenanteil 66 Prozent der
Kosten. Im Osten liegt die Quote dagegen nur bei 47,7 bis 50,2
Prozent. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen für Zahnersatz einen
festen Zuschuss; wer mehr will als die Regelversorgung, muss die
Mehrkosten selbst bezahlen.

Eine Ursache für hohe Kosten dürfte nach Einschätzung von Barmer-Chef

Christoph Straub «die verstärkte Wahl von aufwendigem, ästhetisch
ansprechendem und somit meist teurerem Zahnersatz sein.» Dabei sei
die Regelversorgung nicht nur zweckmäßig, sondern auch haltbar. «Wenn

aufwendiger Zahnersatz gewählt wird, stellt sich durchaus die Frage,
ob das immer der alleinige Wunsch des Patienten ist», sagte Straub
und kritisierte damit indirekt die Beratung bei den Zahnärzten.

Bei der Zahnvorsorge für Kinder steht Bayern an der Spitze: So waren
im Freistaat 42,5 Prozent der Kinder zwischen dem 30. und 72.
Lebensmonat bei einer Früherkennungsuntersuchung. Bundesweit liegt
die Quote bei 35,9 Prozent.

Für den Zahngesundheitsatlas wurden Daten von etwa 9,4 Millionen
Versicherten der Barmer erhoben. Dies entspricht den Angaben zufolge
einem Anteil von knapp 13 Prozent aller Versicherten in der
gesetzlichen Krankenversicherung.