Merkel zittert drittes Mal in wenigen Wochen

10.07.2019 13:13

Drei Zitteranfälle in gut drei Wochen - die Sorgen um die Gesundheit
von Kanzlerin Merkel wachsen. Die Ursache ist weiterhin unklar.

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Empfang des
finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren
erneut einen Zitteranfall erlitten. Er ereignete sich am
Mittwochvormittag wieder während des Abspielens der Nationalhymnen
auf dem Podium vor dem Kanzleramt. Merkel zitterte am ganzen Körper.
Es ist bereits der dritte solche öffentliche Anfall innerhalb von gut
drei Wochen.

Ein Regierungssprecher erklärte auf Anfrage der Deutschen
Presse-Agentur lediglich: «Der Bundeskanzlerin geht es gut, und das
Gespräch mit dem finnischen Ministerpräsidenten läuft wie geplant.»

Für etwa 13.15 Uhr war eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

Mitte Juni hatte Merkel beim Empfang des neuen ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj heftig gezittert. Nur neun Tage
später erlitt sie bei der Ernennung der neuen Justizministerin
Christine Lambrecht (SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier im Schloss Bellevue erneut einen solchen Anfall.

Der Vorfall beim Empfang Selenskyjs wurde von Merkel mit der großen
Hitze und Wassermangel erklärt. Nach der Wiederholung wenige Tage
später hatte Merkel lediglich gesagt: «Ich bin überzeugt, so wie
diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen.»
Die Frage, was hinter den Zittervorfällen stecke und ob sie deswegen
einen Arzt konsultiert habe, beantwortete die Kanzlerin nicht. Sie
könne die Frage verstehen, sagte sie vor Journalisten am Rande des
G20-Gipfels im japanischen Osaka. «Ich habe aber nichts Besonderes zu
berichten. Sondern mir geht es gut.»

Die «Stuttgarter Zeitung» und die «Stuttgarter Nachrichten» hatten
am
aus Regierungskreisen berichtet, Merkels Zitteranfall bei der
Ernennung Lambrechts sei psychologisch bedingt gewesen. Es sei kein
gesundheitliches Problem, sondern Kopfsache. «Die Erinnerung an den
Vorfall in der letzten Woche führte zu der Situation heute, also ein
psychologisch-verarbeitender Prozess.» Merkel wird in der kommenden
Woche 65 Jahre alt.