Kultusministerin Eisenmann lehnt Gesundheit als Schulfach ab

04.07.2019 09:04

Deutsch, Mathe, Gesundheit? Der Ärztepräsident will am Lehrplan der
Schulen drehen und fordert etwa schon in der Grundschule Unterricht
über Junkfood. Zumindest aus Baden-Württemberg erhält er eine Absage.


Stuttgart (dpa/lsw) - Gesundheit als Schulfach? Davon hält
Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) nichts. «Gesundheit im
Allgemeinen und Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise im
Speziellen sind selbstverständlich in der Schule sehr wichtige
Themen», sagte Eisenmann der Deutschen Presse-Agentur. Diese Themen
seien aber breit im Bildungsplan verankert, die Schüler würden das
nötige Know-how mitbekommen, um sich gesund zu ernähren.

Da das Thema breit und über die Schularten und Klassenstufen hinweg
im Unterricht behandelt werde, hält das Kultusministerium ein eigenes
Fach «Ernährung» nicht für zielführend. Die immer wieder zusätz
lich
geforderten Fächer wie Alltagskunde oder Steuererklärung ließen sich

nicht einfach so einführen, da die Stundenpläne und die
Unterrichtszeit nicht unendlich seien, teilte die Behörde mit.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hatte gefordert, Kinder schon in der
Schule systematisch über eine gesunde Lebensweise aufzuklären.
Gesundheitsförderung sollte seiner Meinung nach schon in der
Grundschule zu einem Schulfach werden. Dazu gehöre zum Beispiel das
Wissen über gesunde Ernährung. Reinhardt hatte die Kultus- und
Gesundheitsminister der Länder aufgefordert, eine konzertierte Aktion
auf die Beine stellen, um Prävention auf den Lehrplan zu setzen.