Anklage: Tötungsabsicht bei Attacke auf Schwangere - Mann schweigt

03.07.2019 12:41

Rund ein halbes Jahr nach der Messerattacke auf eine Schwangere in
einer Bad Kreuznacher Klinik hat der Prozess gegen den Vater des
seinerzeit getöteten ungeborenen Kindes begonnen. Der Mann, der
zuletzt in Biblis gewohnt hat, schweigt.

Bad Kreuznach (dpa) - Nach einer Messerattacke auf eine Schwangere in
einer Bad Kreuznacher Klinik hat sich der beschuldigte Mann zum
Prozessauftakt vor dem dortigen Landgericht nicht geäußert. Er werde
sich schweigend verteidigen, sagte sein Anwalt Olaf Langhanki. Die
Staatsanwaltschaft sprach in der Anklageschrift von mindestens 26
Messerstichen. Der 25-Jährige, der zuletzt im südhessischen Biblis
gewohnt hat, habe die Absicht gehabt, sein gleichaltriges Opfer zu
töten und die Schwangerschaft zu beenden, sagte Oberstaatsanwältin
Nicole Frohn. 

Die Attacke hatte sich am Abend des 11. Januar dieses Jahres im
Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach ereignet. Der
ursprünglich als Asylbewerber nach Deutschland gekommene Angeklagte
soll das aus Polen stammende Opfer im Krankenzimmer besucht und
schließlich mit einem Klappmesser angegriffen haben. Vorgeworfen
wird ihm versuchter Mord in Tateinheit unter anderem mit
Schwangerschaftsabbruch. Auch soll er die Frau im Juli 2018 in seiner
Wohnung in Biblis vergewaltigt haben. Ob das Kind dabei gezeugt
worden sei, sei nicht klar, sagte Oberstaatsanwältin Frohn.

Der Anklage zufolge trug das Opfer, das im Verlauf des Prozesses noch
geladen werden soll, großflächige Narben davon, auch im Gesicht. Die

25-Jährige konnte mit einer Not-Operation gerettet werden, das Kind
starb einen Tag später trotz eines Not-Kaiserschnitts. 

Am ersten Verhandlungstag waren mehrere Polizisten als Zeugen
geladen, die damals an dem Einsatz oder den Ermittlungen beteiligt
waren. Eine Kriminalpolizistin berichtete unter anderem, dass der
Angeklagte von psychischen Problemen und einem Selbstmordversuch 
erzählt habe. Fortgesetzt wird der Prozess am Freitag, vorgesehen
sind insgesamt zwölf weitere Verhandlungstage bis Ende September.