Trennung nicht akzeptiert - Frau aus Aspach entführt

12.06.2019 11:17

Tagelang fehlte von einer entführten Frau jede Spur, europaweit wurde
nach den mutmaßlichen Tätern gefahndet. Erfolgreich, nun konnte die
Frau befreit werden. Was war das Motiv?

Aspach (dpa) - Das Scheitern seiner Beziehung soll einen 51 Jahre
alten Mann dazu getrieben haben, seine Ex-Freundin aus Aspach in
Baden-Württemberg tagelang in einem Wohnmobil zu verschleppen. «Der
Mann hat wahrscheinlich die Trennung nicht akzeptiert», sagte ein
Polizeisprecher am Mittwoch in Aalen.

Das 47-jährige Opfer war am Dienstag rund eine Woche nach seinem
Verschwinden weitgehend wohlbehalten in Frankreich befreit worden.
Allerdings seien die Hintergründe der Entführung noch unklar. Deshalb
werde weiter ermittelt, sagte ein Polizeisprecher.

Auch nach Angaben der französischen Lokalzeitung «Dernières Nouvelles

d'Alsace» (DNA) hatte sich die Frau von dem 51-Jährigen trennen
wollen. Am Tag ihres Verschwindens sei ein Treffen mit dem Mann
geplant gewesen, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

Die Tat soll der 51-Jährige detailliert geplant haben. «Es deutet
nichts auf eine Kurzschlusstat hin», sagte der Polizeisprecher. «Der
Mann hat sich im Vorfeld entsprechend schlau gemacht und ist dann
erst nach Deutschland eingereist.»

Neben dem Ex-Freund wird auch ein 23-jähriger Komplize verdächtigt,
nach Angaben der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» und des SWR ein
Mitarbeiter des verdächtigten Automechanikers. Die beiden stammen
ebenso wie die Frau aus Polen. Deshalb hatten polnische, französische
und deutsche Polizisten bei den Ermittlungen zusammengearbeitet.

Die Männer würden zunächst in Frankreich verhört, teilte die Aalene
r
Polizei mit. Über einen möglichen Auslieferungsantrag müsse die
Staatsanwaltschaft in Stuttgart entscheiden.

Die Verschleppte hatte nach Polizeiangaben bis zu ihrer Entführung in
Aspach eine Frau gepflegt. Sie war nach einer Pause nicht
zurückgekehrt. Zuletzt sollen die Verdächtigen mit ihrem Opfer zu Fuß

unterwegs gewesen sein. Das Wohnmobil, in dem die Pflegekraft
verschleppt worden war, war bereits vor einigen Tagen leer in einem
Wald bei Straßburg gefunden worden.

Vor dem Zugriff und der Festnahme am Dienstag in Frankreich hatte die
Polizei die Öffentlichkeit davor gewarnt, im deutsch-französischen
Grenzgebiet Anhalter mitzunehmen. Sie hatte befürchtet, die beiden
Männer könnten eine Mitfahrgelegenheit nach Polen suchen.