Hirnforscher Birbaumer spricht Prüfkommission Fachkompetenz ab

11.06.2019 15:33

Tübingen (dpa/lsw) - Der renommierte Tübinger Hirnforscher Niels
Birbaumer hat sich gegen den Vorwurf wissenschaftlichen
Fehlverhaltens gewehrt. Die Ergebnisse einer Untersuchungskommission
der Universität Tübingen seien falsch, teilte er mit. Das Gremium
lastet Birbaumer an, in einer 2017 veröffentlichten Studie Daten
verfälscht zu haben.

Eine Forschergruppe um Birbaumer hatte 2014 Untersuchungen an
vollständig gelähmten und sprachunfähigen Patienten der
Nervenkrankheit ALS (Amyothrophe Lateralsklerose) durchgeführt.
Während diese Fragen in Gedanken beantworten sollten, maßen die
Wissenschaftler über eine Kopfhaube und Computer ihre Hirnaktivität.
Die Forscher kamen zum Ergebnis, dass so eine Kommunikation möglich
sei.

Nachdem ein wissenschaftlicher Mitarbeiter Zweifel an der
Rechtmäßigkeit der Studie geäußert hatte, leitete die Universität

Anfang dieses Jahres ein Untersuchungsverfahren ein. Birbaumer wirft
dem Prüfungsgremium unter anderem mangelnde Fachkompetenz vor. Eine
Literaturwissenschaftlerin könne maschinelles Lernen nicht
beurteilen, teilte er mit. Laut Universität sollen der fünfköpfigen
Kommission jeweils ein Professor aus den Geisteswissenschaften,
Naturwissenschaften und der Medizin angehören.