Ärztetag fordert Bluttests auf Down-Syndrom als Kassenleistung

31.05.2019 15:35

Münster (dpa) - Der Deutsche Ärztetag fordert, dass die gesetzlichen
Krankenkassen künftig generell die Kosten für einen vorgeburtlichen
Bluttest auf das Down-Syndrom übernehmen sollen. Dafür sprachen sich
die Delegierten am Freitag in Münster aus. Die finanzielle Situation
der Eltern dürfe bei der Entscheidung, ein behindertes Kind zu
bekommen und zu pflegen, nicht entscheidend sein. Der Zugang zu den
Tests müsse aber mit entsprechender Beratung begleitet werden.

Seit 2012 werden Schwangeren vorgeburtliche Bluttests angeboten, mit
denen unter anderem untersucht wird, ob das Kind mit einem
Down-Syndrom auf die Welt käme. Lange hatte sich das zuvor nur mit
einer Fruchtwasseruntersuchung abschätzen lassen. Bisher müssen die
rund 130 Euro teuren Bluttests meist selbst gezahlt werden.

Hintergrund der Debatte ist ein laufendes Verfahren beim Gemeinsamen
Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken, der final über neue
Kassenleistungen entscheidet. Das Gremium hat signalisiert, dass
solche Bluttests bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken für
Komplikationen als medizinisch begründet angesehen würden. Eine
Entscheidung dazu soll voraussichtlich im August getroffen werden. Im
April hatte sich bereits im Bundestag eine Mehrheit für eine
Übernahme der Kosten durch die Krankenkassen bei
Risiko-Schwangerschaften ausgesprochen.

Bei einem Down-Syndrom haben Menschen in jeder Zelle ein Chromosom
mehr als andere Menschen. Das Chromosom 21 ist dreifach vorhanden,
daher auch die Bezeichnung Trisomie 21. Folgen sind körperliche
Auffälligkeiten und eine verlangsamte motorische, geistige und
sprachliche Entwicklung. Die Ausprägungen sind aber sehr
unterschiedlich.