Erstmals seit Jahren weniger Parkinsonfälle in Sachsen-Anhalt

10.04.2019 10:55

Halle (dpa/sa) - Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist die Zahl der
Parkinsonfälle in Sachsen-Anhalt zuletzt gesunken. 2017 wurden 1888
Menschen wegen einer Parkinsonerkrankung im Krankenhaus behandelt -
3,9 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Landesamt am
Mittwoch mitteilte. Es war der erste Rückgang der Behandlungsfälle
seit 2009. Dennoch liegen die Fallzahlen bei Frauen über 65 Jahren
doppelt so hoch wie im Jahr 2000, bei Männern kam es seither sogar zu
einer Verdreifachung.

Im Vergleich der Bundesländer wurden Sachsen-Anhalter besonders
häufig wegen Parkinson im Krankenhaus behandelt. Mit 85 Patienten je
100 000 Einwohner liegt das Land an der Spitze der Länder. Die
geringste Zahl an Klinikaufnahmen hatte Baden-Württemberg mit 41 je
100 000 Einwohner.

Von der langsam fortschreitenden neurologischen Erkrankung waren vor
allem ältere Menschen betroffen. In Sachsen-Anhalt waren 2017 84
Prozent der Patienten 65 Jahre oder älter. Die zunächst als
Schüttellähmung bezeichnete Krankheit war vor rund 200 Jahren vom
Londoner Arzt James Parkinson beschrieben und später nach ihm benannt
worden. Symptome von Parkinson sind zum Beispiel verlangsamte
Bewegungen und Muskelzittern.