Wall Street: Dow schwächelt - Nasdaq auf Sechsmonatshoch

02.04.2019 22:42

New York (dpa) - Am US-Aktienmarkt hat der wichtigste
Wall-Street-Index Dow Jones Industrial nach seinem starken Start in
den Monat April am Dienstag moderat nachgegeben. Schwache
Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter und eine
Gewinnwarnung der Drogerie- und Apothekenkette Walgreens Boots
Alliance belasteten. Der technologielastige Nasdaq-Auswahlindex 100
indes erklomm kurz vor Börsenschluss seinen höchsten Stand seit fast
sechs Monaten.

Der Leitindex Dow beendete den Handel mit minus 0,30 Prozent auf 26
179,13 Punkte. Der den breiten Markt abdeckende S&P 500 schloss
prozentual unverändert bei 2867,24 Punkten. Beide waren tags zuvor
auf ihren höchsten Stand seit fast einem halben Jahr geklettert. Nun
zog der Nasdaq 100 nach und stieg mit zeitweise 7507 Punkten wieder
auf den höchsten Stand seit Oktober. Mit plus 0,28 Prozent auf
7499,64 Zähler ging er letztlich aus dem Tag.

Wie das US-Handelsministerium mitteilte, waren die Aufträge für
langlebige Wirtschaftsgüter verglichen mit dem Monat Januar um 1,6
Prozent gesunken und damit etwas weniger stark als erwartet. Laut
Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba ist der Rückgang im Februar zu
einem großen Teil den schwachen Boeing-Bestellungen geschuldet.
«Leicht rückläufig dagegen sind die zivilen Investitionsgüterauftr
äge
ohne Flugzeuge», gab er zu bedenken. Die Aufträge für Kapitalgüter

ohne Militär und Flugzeuge waren um 0,1 Prozent gefallen,
prognostiziert worden war indes ein leichter Anstieg.

Unter den Einzelwerten stachen im Dow die Aktien von Walgreens mit
einem Kurssturz von fast 13 Prozent heraus. Bei zeitweise 55
US-Dollar erreichten die Papiere den tiefsten Stand seit Ende
Dezember 2013. Die Drogerie- und Apothekenkette hatte nach einem
enttäuschenden Quartal ihr Gewinnziel für das laufende Jahr gekappt
und verschärft ihren Sparkurs. Das abgelaufene Jahresviertel sei das
schwierigste gewesen seit der Fusion von Walgreens und Alliance Boots
im Jahr 2015, sagte Vorstandschef Stefano Pessina. Nun will er die
Strukturen im Konzern straffen und einige Prozesse digitalisieren.
Die Papiere des Herstellers von Pharma- und Drogerieartikeln Johnson
& Johnson wurden von dieser Nachricht mit nach unten gezogen und
büßten 0,9 Prozent ein.

Die Aktien von Dow Inc. hatten unterdessen ihren ersten Handelstag im
wichtigsten Index der USA und legten dort als einer der Favoriten
spürbar zu. Der Chemiekonzern DowDupont ist zugleich nicht mehr im
US-Leitindex zu finden. Die Abstufungen der Citigroup und der Bank of
America von «Buy» auf «Neutral» fanden damit unter den Anlegern kau
m
Beachtung. DowDupont hatte am Montag die Abspaltung seiner Sparte
Materialwissenschaften abgeschlossen. Anfang Juni soll nun noch das
Agrargeschäft Corteva von DowDupont getrennt und eigenständig an die
Börse gebracht werden.

Facebook gehörten indes im Nasdaq-Auswahlindex 100 mit plus 3,3
Prozent zu den Favoriten. Das Vorhaben des
Kommunikations-Spezialisten, die Fotodienst-App Instagram in den USA
zur Shopping-Plattform zu machen, findet bei Deutsche-Bank-Analyst
Lloyd Walmsley Anklang. Der Checkout-Service könnte innerhalb weniger
Jahre stark zum Wachstum von Facebook beitragen, schrieb er. Er
schätzt, dass das Unternehmen durch diesen Service im Jahr 2021
zusätzliche zehn Milliarden US-Dollar an Nettoumsätzen generieren
könnte und bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktie samt seinem

Kursziel von 200 Dollar.

Eine optimistischere Prognose von Delta Air Lines zum erwarteten
Gewinn im ersten Quartal ließ die Aktie der Fluggesellschaft um 6,0
Prozent steigen und zog auch Branchenkollegen mit nach oben.

Im Fokus blieben zudem die am Freitag an der Börse gestarteten
Papiere des Fahrdienst-Vermittlers Lyft. Nach einem zunächst
fulminanten ersten Handelstag waren die Anteilscheine am Montag
schwer unter Druck geraten. Rund 12 Prozent hatten sie eingebüßt und
damit unter ihrem Ausgabepreis von 72 Dollar geschlossen. Am Dienstag
nun stabilisierten sie sich mit minus 0,1 Prozent auf 68,97 Dollar.

Am US-Rentenmarkt legten zehnjährige Staatsanleihen um 7/32 Punkte
auf 101 9/32 Punkte zu und rentierten mit 2,47 Prozent. Der Eurokurs
pendelte im US-Handel um die Marke von 1,12 Dollar und wurde zum
Börsenschluss an der Wall Street mit 1,1202 Dollar gehandelt. Die
Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1200
(Montag: 1,1236) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8929
(0,8900) Euro gekostet.