Nabu will Daten zu Pestiziden in Naturschutzgebieten - Klage

15.03.2019 16:22

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Nabu hat eine Klage gegen das Land
Baden-Württemberg angekündigt, um Informationen über Pestizide in
Naturschutzgebieten zu bekommen. Details will der Verband nach
eigenen Angaben am Donnerstag (21.3.) bei einer Pressekonferenz in
Stuttgart veröffentlichten. Die Landesverwaltung lehne es ab, die
angefragten Informationen weiterzugeben - aus fadenscheinigen
Gründen, wie die Umweltschützer meinen. Der Nabu will vor die
Verwaltungsgerichte Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Sigmaringen
ziehen, um Zugang zu den Daten darüber zu bekommen, wie viele
Pflanzengifte in den Naturschutzgebieten eingesetzt werden.

Eine Sprecherin von Agrarminister Peter Hauk (CDU) entgegnete: «Das
Pflanzenschutzrecht bietet keine Rechtsgrundlage zur Erhebung und
Veröffentlichung der vom Nabu gewünschten Daten.» Es gelte, den
Ausgang der Rechtsverfahren abzuwarten. Der Naturschutzbund (Nabu)
und Minister Hauk liegen sich beim Thema Pestizide seit März
vergangenen Jahres in den Haaren. Hauk hatte damals gesagt, es gehe
die Bevölkerung nichts an, wie viele Herbizide, Fungizide oder
Insektizide die Landwirte, Obstbauern oder Winzer ausbrächten. Wenig
später nahm er diese Wortwahl zurück und entschuldigte sich.

Der Nabu beklagt ein «dramatisches Insektensterben» auch in
Naturschutzgebieten. Deshalb will er wissen, wie viele und welche
Pestizide dort eingesetzt werden. In Baden-Württemberg gibt es laut
Nabu rund 1000 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 86
000 Hektar. Das entspreche 2,4 Prozent der Landesfläche. Rund 14
Prozent der Flächen in den Gebieten werde landwirtschaftlich genutzt.