Bisher vereinzelt Grippefälle in Berlin - Impfstoffe nachbestellt

03.01.2019 16:57

Berlin (dpa/bb) - Die Welle kommt erst noch: Bisher greift das
Grippevirus in Berlin nach offiziellen Zahlen nicht massiv um sich.
In der Woche vor Silvester wurden dem Landesamt für Gesundheit und
Soziales (Lageso) lediglich drei bestätigte Fälle gemeldet. Damit
erkrankten seit Saisonbeginn im Herbst knapp 70 Menschen in Berlin
nachweislich an Influenza. Das geht aus einem am Donnerstag
veröffentlichten Lageso-Bericht hervor. Es sei von einem Melde-Verzug
wegen der Feiertage auszugehen, hieß es.

Zuletzt waren Engpässe bei der Versorgung mit Grippe-Impfstoffen auch
mancherorts in Berlin bekannt geworden. Aus dem Ausland seien
daraufhin 3000 Chargen geordert worden, sagte eine Lageso-Sprecherin
auf Anfrage. Die Behörde hatte zuvor den Bezug aus anderen Ländern
der Europäischen Union sowie eine Versorgung der Apotheken und
Arztpraxen untereinander erlaubt. Experten gingen jedoch davon aus,
dass die meisten Risikopatienten im Dezember ohnehin bereits geimpft
waren. Empfohlen wird die Impfung etwa chronisch Kranken, Menschen
über 60, medizinischem Personal und Schwangeren.

Die Grippewelle im vergangenen Winter werteten Experten als stärkste
seit Jahren. Nach Schätzungen gingen neun Millionen Menschen wegen
Grippe zum Arzt, vermutlich starben daran mehr als 20 000 Menschen
bundesweit, vor allem Ältere. Die Zahl der tatsächlichen Meldungen
bei Gesundheitsbehörden zeigt nur ungefähr den Trend, da nicht jeder
Patient zum Arzt geht und nur ausgewählte Praxen Proben einschicken.