Spahn trotz Umfragerückstands «guten Mutes» vor CDU-Parteitag

03.12.2018 12:04

Berlin (dpa) - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich von
schlechten Umfragen zu seiner Kandidatur als Nachfolger von
CDU-Chefin Angela Merkel nicht entmutigen lassen. Aus den
zurückliegenden acht Regionalkonferenzen der CDU mit den
Vorstellungsrunden der Kandidaten habe er den Eindruck, dass der
Rückhalt für ihn «deutlich breiter ist, als manche Umfrage es
erscheinen lässt», sagte Spahn am Montag auf «bild.de». Weder
Umfragen noch Journalisten würden entscheiden, sondern 1001
Delegierte auf dem Bundesparteitag an diesem Freitag. «Ich bin da
guten Mutes, mit meinem Angebot da jetzt auch reinzugehen.»

In Umfragen liegt Spahn seit Längerem hinter seinen beiden
prominenten Gegenkandidaten, Generalsekretärin Annegret
Kramp-Karrenbauer und Ex-Fraktionschef Friedrich Merz.

Die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Bundestagspräsident Wolfgang
Schäuble (CDU) offensichtlich seinen Gegenkandidaten Merz
unterstütze, verneinte Spahn. Er habe ein gutes Verhältnis zu
Schäuble, «ich kann sportlich damit umgehen». Dies gelte auch für d
en
Chef der Jungen Union, Paul Ziemiak, und den Vorsitzenden des
Unions-Mittelstands, Carsten Linnemann, von denen es ebenfalls heißt,
sie würden Merz unterstützen. «Eine gute Freundschaft hält auch mal

eine unterschiedliche Richtung zwischen uns aus», sagte Spahn dazu.

Merz hatte in einem Interview für die WDR/ARD-Dokumentation «Der
Machtkampf - wer folgt auf Merkel?» (ARD, 3.12.2018, 20.15 Uhr)
gesagt, er habe mit Schäuble häufig darüber gesprochen, «wie die La
ge
in Berlin ist, auch vor zwei, drei Jahren bereits, als es schon
einmal eine solche Serie von Landtagswahlen gab, die wir verloren
haben». Dabei sei es auch um einen Wechsel Schäubles ins Kanzleramt
gegangen: «Wir haben uns natürlich auch hin und wieder über die Frage

unterhalten. Es stand ja die Frage im Raum, ob er möglicherweise die
Kanzlerschaft noch einmal übernimmt oder nicht», sagte Merz. «Er hat

mir dann gesagt: «Wenn das dann jemals dazu kommen könnte, muss ich
mich auch auf Dich verlassen können». Aber dazu ist es halt nicht
gekommen.»