Früh eingeschulte Kinder bekommen häufiger ADHS-Diagnose

02.12.2018 04:00

Boston/Würzburg (dpa) - Nach der Einschulung erhalten die jüngsten
Kinder in einer Klasse weit häufiger eine ADHS-Diagnose als ihre
ältesten Mitschüler. Das berichten US-Forscher der Harvard
Universität nach einer Studie im renommierten «New England Journal of
Medicine». Sie werteten Versichertendaten von mehr als 400 000
Mädchen und Jungen aus. Die
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die
häufigste psychische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter. Die
Betroffenen lassen sich leicht ablenken, sind impulsiv und oft
motorisch unruhig.

Schon frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen frühem
Einschulungsalter und ADHS-Diagnose belegt. «Es kann sein, dass
manche Kinder ein falsches Etikett bekommen», sagte der ADHS-Experte
Marcel Romanos von der Uniklinik Würzburg der Deutschen
Presse-Agentur. An eine große Anzahl von Fehldiagnosen glaubt der
Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum
Würzburg allerdings nicht. Kinder später einzuschulen, sei keine
Lösung, meinte er.