WHO: Zahl der Demenzkranken verdreifacht sich bis 2050

07.12.2017 13:52

Genf (dpa) - Die Zahl der Demenzkranken weltweit wird sich nach
Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahr 2050
auf 152 Millionen Menschen verdreifachen. Grund sei eine alternde
Bevölkerung, teilte die UN-Behörde am Donnerstag in Genf mit. «Dies
ist ein Hilferuf, wir müssen dieser wachsenden Gefahr mehr
Aufmerksamkeit widmen», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.
Die WHO richtete zugleich eine Internet-Plattform ein, um globale
Informationen über Maßnahmen, Einrichtungen für Betroffene und andere

Daten zu Demenz zu sammeln.

Es müsse sichergestellt werden, dass Demenzkranke die Pflege bekämen,
die sie bräuchten - unabhängig vom Land, in dem sie leben, forderte
Tedros. «Das damit verbundene Leiden ist gewaltig», sagte der
Äthiopier. Nach Angaben des WHO-Chefs entwickeln fast zehn Millionen
Menschen jährlich eine Demenz, sechs Millionen stammen dabei aus
Ländern mit mittleren und unteren Einkommen.

Die jährlich entstehenden Kosten schätzt die WHO weltweit auf 818
Milliarden Dollar (etwa 692 Milliarden Euro), die sich bis 2030 mehr
als verdoppeln dürften. Demenz ist ein Oberbegriff für Krankheiten,
die unter anderem das Gedächtnis betreffen. Alzheimer ist die
bekannteste Form, sie macht etwa 60-70 Prozent aller
Demenzerkrankungen aus.